Review

Hinter den „Ring“-Filmen steckte eine einfache, wie ungewöhnliche Grundidee: Wer ein bestimmtes Tape gesehen hatte, starb nach genau einer Woche. „Stay Alive“ variiert diese Idee kaum, denn es will das „Ring“ der flippigen Videogamegeneration sein. Hier gibt es das Computerspiel „Stay Alive“ und wer es spielt und darin stirbt, der stirbt auch im realen Leben auf die gleiche Art und Weise. So hanebüchen, ausgelutscht und unnötig sich die Story anhört, so ist leider auch der Film, da keine wirklichen Innovationen oder clevere Kniffe dazu kommen. So wirkt der Film wie eine Mischung aus „Ring“, „Final Destination“ und irgendeinem Teenieslasher.

Die Darsteller sind im besten Fall nichtssagend. Im schlimmsten Falle nerven sie, sind völlig überzogen und wirken wie das Abziehbild eines Klischeegamers, wie Frankie Muniz (bekannt aus der TV-Serie „Malcolm Mittendrin“). Er gibt den Vollnerd, der natürlich eine Kappe verkehrtrum trägt, immer einen Laptop dabei hat und immer dummes Zeug plappert. In der Rolle wirkt er ungefähr so glaubwürdig, wie Jean Claude Van Damme als Einstein. Die übrige Besetzung gibt sich Mühe, eine „coole Gamerclique“ darzustellen, was mal mehr mal weniger gut gelingt. Überhaupt ist das Regiedeüt von William Brent Bell von der realen Gamingszene so weit weg, wie überhaupt denkbar. Nichts wirkt realistisch in dem Streifen (mal abgesehen von der netten „Ingamegrafik“). So sieht eine LAN-Party im Film z.B. so aus, dass sich die Leute treffen, gemeinsam auf einer Couch sitzen und mit Gamepad auf verschiedene Bildschirme starren... Die Gamer sind natürlich alle Nerds. Ein Cop geht doch tatsächlich in eine Videothek, um sich über das ominöse Spiel zu informieren und trifft dort natürlich auf einen völlig verstrahlten Spielefreak, der hektisch irgendwas von einem „Undergroundspiel“ brabbelt. Die Verantwortlichen hinter „Stay Alive“ haben mit der Szene offensichtlich überhaupt nichts am Hut, da hier Klischees gepflegt werden, die völlig ohne ironische Brechung bleiben.

Die Schockeffekte sind meist billig platziert und über alle Maßen unoriginell. Splatterszenen sind überhaupt nicht zu sehen. Im Finale erreicht die Unglaubwürdigkeit ihren Höhepunkt, wenn einer der Gamer im Spiel eine Brechstange ablegt, die der Hauptdarsteller dann nutzen kann. Selbst wenn man auf Logik keinen wert legt, so wirken solche Szenen wie ein billiger Ausweg aus einem löchrigen Drehbuch...

Alles in allem dürfte es „Stay Alive“ schwer haben ein geeignetes Publikum zu finden. Für Gamer dürfte der Film einfach nur lächerlich sein, während Gorehounds auch nur müde lächeln werden. Selbst Freunde des gepflegten Teeniehorrors finden auf diesem Sektor viel besseres, wie z.B. „Düstere Legenden“, „Scream“ oder „Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast“. So bleiben einige positive Szenen des Films direkt im Ansatz stecken. Dies liegt vor allem daran, dass man ihm anmerkt, dass keine besondere Idee hinter „Stay Alive“steckt. Jemand hat „Coole Kids spielen ein Videogame und sterben danach“ auf einen Zettel geschrieben und einige Autoren beauftragt, die zwar erfahren sind Reißbrettthriller zu entwerfen, aber keinen Kontakt zur Gamingszene haben. So wirkt der Film zumindest. Insofern scheitert er schon an seiner Prämisse.

Fazit:

4/10

Details
Ähnliche Filme