Review

Ein schlecht beleuchtetes U-Boot als Schauplatz für einen etwa 100-Minuten-Film zu wählen ist ganz schön keck. Das darf eigentlich nur Wolfgang Petersen.
Der Schwede Martin Munthe hat es dennoch gewagt, schickt eine Einheit von Marines auf eine Bergungstour und deutet so etwas wie Tierhorror an.
Der Tauchgang geht gründlich daneben.

Da ist also die USS-Newark verschwunden und ein Team von so genannten Spezialisten soll das U-Boot untersuchen, nachdem es seit zwei Monaten als verschollen gilt.
Natürlich unterliegt die Operation strengster Geheimhaltung, soll ja keiner erfahren, dass an Bord mit Skorpionen experimentiert wurde, um diese als biologische Waffe im Ernstfall einsetzen zu können.

Die Mannschaft entert also das U-Boot, man stellt einen strengen Geruch fest, findet Leichen, versucht die Bordtechnik wieder in Gang zu bringen, erzählt von einer TV-Sendung mit einer Tierpsychologin, unterhält sich über Kombinationsmöglichkeiten von Essen und dabei sind einem die Figuren von Beginn an egal und erzeugen nichts als gähnende Leere und arg gestreckte, teilweise sehr peinliche Dialoge.

Da gibt es die Projektleiterin, Frau Doktor, die natürlich mehr weiß, als sie den Marines zunächst preisgibt, einen Falschspieler, der bereits von der Existenz der Mutanten weiß und sie für viel Geld an eine nicht genannte Instanz verhökern will und viele gesichtslose Soldaten, deren Namen nur Schall und Rauch sind. Dazu einen Überlebenden, der natürlich der Hauptverantwortliche der Experimente war, dem Klischee zuliebe mal etwas mit Frau Doktor hatte und nach zwei Monaten Verstecken vor seiner Züchtung völlig durchgeknallt ist und den Nervfaktor merklich erhöht.
Weiter fällt noch ein irrer Naturkenner auf, der im Todeskampf mit einem Skorpion noch Zeit damit verbringt, die detaillierten Eigenarten der Viecher aufzuzählen, - sollte wohl witzig sein an der Stelle.

Natürlich tauchen irgendwann die mutierten Kreaturen auf und greifen an, bzw. wird es dem Betrachter suggeriert. Sehen kann man aber nichts, außer peinlich gestalteten Viechern, die ledern aussehen, glänzen und sich unschlüssig bewegen.
Die werden dann über die Protagonisten gelegt, so dass der Eindruck eines Angriffs entstehen soll. Das Ganze ist entsprechend schlecht belichtet und hektisch geschnitten, um über die schlechten FX hinwegzutäuschen. Ab und zu sieht man so etwas wie einen Stachel, das war´s auch schon.

Mit den Skorpionen ist es dann wie beim Adventskalender: 24 sind an Bord, das Größte kommt zuletzt. Entsprechend findet sich irgendwo auch wieder eine Königin, die die Helden auszuschalten versuchen.
Ansonsten nur schlecht gefilmte Ballereien, endlos viele dumme Dialoge und Darsteller, die nicht wissen, was sie da tun.
Innerhalb einer Minute erklingen Sätze wie „Die Sache gefällt mir nicht“ und „Treten sie bitte zur Seite Mam, das ist unser Job!“
Später werden die Freaks noch deutlicher: „Wir sind Marines, wir knallen ab, was gefährlich ist“.
In Wirklichkeit feuern sie ins Nichts, denn die animierten Gegner sehen alles andere als gefährlich aus.

Wenn denn wenigstens etwas Blut fließen würde. Aber die Effekte beschränken sich auf Blut spucken und eine deformierte Leiche. Nur der Typ mit dem großen Loch in der Hand sieht technisch okay aus.
Minimale Gewaltdarstellung und wenn, ist es, wie fast die ganze Zeit zu schummerig.

Eigentlich geschieht die meiste Zeit gar nichts. Es wird debattiert, überprüft, repariert, durch Schächte geklettert, mal hört man Monstergeräusche der Skorpione und ganz selten mal ein Angriff oder ein Weglaufen.
Wie überzeugt muss der Regisseur doch von seinem Stoff sein, um es für den Betrachter dermaßen auszudehnen, dass man fast einpennt.
Es finden sich nur selten temporeiche Szenen im Halbdunkeln, die Skorpione sind zwar häufig zu sehen, was den Gesamteindruck aber nur verschlechtert.

Das alles ist unvorteilhaft gefilmt, mit üblen Darstellern besetzt, nur der Score fällt bereits beim Intro positiv auf und kann dem Geschehen auf Dauer eine positive, gut durchkomponierte Untermalung verleihen, die der Film überhaupt nicht verdient.

Denn der ist, um es auf den Punkt zu bringen, grottenschlecht, überaus langweilig und innerhalb der etwa 100 Minuten vielleicht zehn davon sehenswert.
Mit Tierhorror hat der Streifen wenig zu tun, eher mit „Marines sterben für ihr Land“.
Fast schon abartig.
1,5 von 10

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