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„Der Volltreffer“ ist eine urkomische, romantische Komödie, welche die anderen, meist flachen Teeniekomödien der 80er hinter sich lässt.
Walter ’Gib’ Gibson (John Cusack) beendet seine Schulzeit, um an der Ostküste zu studieren, auch wenn dies eine Trennung von seinem besten Kumpel Lance (Anthony Edwards) bedeutet, der in Kalifornien studiert. Doch auf den College hat Gib so seine Schwierigkeiten, was das andere Geschlecht angeht und schafft keinen Anschluss an die holde Weiblichkeit. Das Studentenleben wird 80er Jahre typisch mal wieder als sehr locker gezeigt mit einem mal wieder herrlich chaotischen und liebenswerten John Cusack in der Mitte.
In einer Verzweiflungssituation versucht er sich an seine lerneifrige Kommilitonin Alison Bradbury (Daphne Zuniga) heranzumachen, doch mit seinen auswendig gelernten Anmachsprüchen erreicht er das genaue Gegenteil und wird von ihr fachgerecht mit einem schmerzhaften Tritt bestraft. Da kommt Lance’ Angebot gerade recht, dass er in den Semesterferien einen echten ’Volltreffer’ klarmachen könne, wenn er nur nach Kalifornien käme. Mit dieser titelgebenden Chance startet der Film in einen nicht unbedingt innovativen, aber urkomischen Plot.

Gib sucht sich eine Mitfahrgelegenheit an die Westküste, steigt in das Auto ein – und muss erkennen, dass auch Alison diese Gelegenheit nutzen will, um ihren Freund in Kalifornien zu besuchen. Die beiden streiten sich auf Anhieb, bis sie es schaffen herausgeworfen zu werden – mitten auf der Straße. So beginnt eine Odyssee nach Kalifornien zu ihren Partnern, bei der sie aber auch einander zu schätzen lernen...
Gleich zu Beginn gesagt: Selbst für damalige Verhältnisse ist der Plot um die beiden Streithähne, die dann doch irgendwie zueinander finden, nicht wirklich innovativ, aber andererseits sind Innovationen im Kino auch eher selten. Stattdessen serviert uns Rob Reiner einen schmissigen Plot ohne Längen, der sehr temporeich erzählt wird und zu keiner Zeit langweilt. So wirkt die Geschichte auch selten wie eine Folie für die einzigen komischen Situationen, in die das ungleiche Paar immer wieder kommt.
Die meiste Zeit des Films ist der romantische Aspekt der abenteuerlichen Odyssee eher unterschwellig vorhanden, doch er wird nie aus den Augen verloren. Ehe es dann zum großen Happy End kommt, geht der Film immer vorsichtig auf die aufkeimenden Bande zwischen den Streithähnen ein, ohne dabei allzu deutlich sein, was dies bloß kitschig machen würde. Stattdessen reichert er den Plot mit den genau dem richtigen Wohlfühl-Maß an Romantik an, um nicht schnulzig zu werden.

Die Witze des Films sind absolut urkomisch und die Sprüche zum Brüllen. Vor allem die vorlauten und teilweise zynischen Kommentare Gibs sind wahre Highlights (Stichworte: nicht ausreichend befestigte Ladung, Notfall), auf die Alison jedoch oft eine ebenbürtige und nicht weniger witzige Antwort weiß. Doch auch die Situationskomik kommt nicht zu kurz, wie z.B. die Episode mit dem überraschenden Regen zeigt und auch die ganz wenigen, leicht flachen Gags wie Gibs Barsbesuch verzeiht man den Film bei der Menge an Lachern gerne.
Cusack spielt hier seine erste größere Rolle, aber ist bereits hier so klasse wie in späteren Werken und versprüht den gleichen Charme, der alle seine Figuren so liebenswert macht. Daphne Zuniga macht an zweiter Stelle eine ebenso gute Figur wie Anthony Edwards und Tim Robbins, die hier in ganz frühen Rollen auftreten. Auch die restlichen Darsteller agieren auf guten Komödienniveau.

„Der Volltreffer“ ist eine überaus gelungene romantische Komödie mit sehr vielen Lachern und einem hohen Wiedersehwert.

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