"Von Mäusen und Menschen" ist wieder mal eine der Verfilmungen, die eigentlich viel mehr Beachtung verdient hätte, als sie letztendlich bekam. Ich kenne die Romanvorlage zum Film nicht, von daher werde ich auch nicht darauf eingehen können, wie gut die Umsetzung vom Buch zur Leinwand geglückt ist.
Dennoch haben wir hier ein bemerkenswertes Stück Film mit John Malkovich(als Lennie) und Gary Sinise(als George) in den Hauptrollen.
Zum Inhalt:
George und sein geistig etwas zurückgebliebener Kamerad Lennie sind zwei Wanderarbeiter, die, mit dem Traum von einer eigenen Farm, immer wieder Gelegenheitsjobs annehmen. Lennie, der seine körperlichen Kräfte nicht immer vollkommen im Griff hat, handelt sich des Öfteren Ärger ein. Deswegen trägt George ihm eindringlich auf, dass er sich zurückhalten soll. Dies wird gerade durch den jähzornigen Sohn ihres Chefs jedoch sehr erschwert. Schlussendlich wird Lennies Beschränktheit ihm zum Verhängnis.
Zum Film:
Allgemein lässt sich sagen, dass der Film vom Wechselspiel seiner beschaulichen Bilder und den bedrohlichen Situationen, die Lennie immer wieder verursacht, lebt. Längen sind quasi nicht vorhanden, es gibt aber auch keinen wirklichen Drive. Der Film ist weder langsam noch schnell, sondern wird logisch und in einem zur Thematik passenden Tempo erzählt.
Der Soundtrack ist relativ ruhig und findet eher im Hintergrund statt, passt aber zu den jeweiligen Situationen und fördert gerade in emotionalen Szenen die Atmosphäre merklich.
Gary Sinise, der den intelligenten George spielt und John Malkovich als gutmütiger, treuer, aber eben auch leicht reizbarer Lennie, tragen Film und Geschichte maßgeblich. Auch die restlichen Schauspieler sind gut besetzt, stechen aber nicht weiter heraus. Gerade Malkovich spielt den trotteligen Lennie absolut überzeugend in Mimik, Gestik aber auch durch seine Art zu sprechen. Sein Charakter weiß eigentlich nie genau, was er tut, wenn George, sein bester Freund, es ihm nicht genau erklärt. Er wirkt wie ein Kind, das an die Hand genommen werden muss.
George hingegen ist wie ein Vater. Er maßregelt und erzieht Lennie. Ohne ihn wäre er nichts. Gerade den Zwiespalt zwischen väterlicher Fürsorge und den Belastungen, die Lennie verursacht, stellt Sinise sehr gut dar.
Am Ende ist schließlich auch er derjenige, der über Lennies Schicksal entscheidet.
Fazit:
Ein zu Unrecht vielen nicht bekannter Streifen. Sinise und Malkovich liefern hier ausgesprochen gute Leistungen ab und der Film an sich bietet erzählerisch wie auch dramaturgisch feinste Kost. Allerdings sollte man ihn sich allein anschauen, da man so am besten in die Atmosphäre eintauchen kann.