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"Phantom Kommando" gehört eindeutig in die Kategorie "Hirn- und sinnfreie Action, die Spaß macht". Als Alternative zu Stallones zu pathetisch geratenem "Rambo 2" entpuppt sich der Film nebenbei als inoffizielle Parodie auf das Brutalo-Kino der 80er Jahre. Denn ernst nehmen kann man hier so gut wie nichts.

John Matrix (Arnold Schwarzenegger) ist ein netter Kerl! Der bärenstarke Witwer (so gehe ich mal davon aus) und ehemaliger Special Forces - Kommandant kümmert sich liebevoll um seine Tochter Jenny (Alyssa Milano) und geht mit ihr Eis essen sowie Rehe füttern. Kommt aber jemand wie der finstere Diktator Arius (Dan Hedaya) auf die beknackte Idee (so beknackt eigentlich nicht, nur sollte man schon wissen, mit wem man es sich da verscherzt) Jenny zu entführen, um ihn zu erpressen, dann wird er sehr, sehr böse und packt den dicken Ballermann aus. Das bekommen Arius und sein Bimbo Bennett (Vernon Wells) natürlich zu spüren...

Groß herausgefordert wird Arnold Schwarzenegger (Eraser) hier nicht, wo der doch lediglich den starken Burschen mit Militär-Erfahrung spielen muss. Mit dem Englisch wollte es zu dieser Zeit auch noch nicht so richtig hinhauen, weshalb sich Arnie dialogmäßig nur auf das Nötigste beschränkt. Glücklicherweise schleudert er deshalb nicht mit Pathos-Parolen um sich wie Kollege Stallone in seinem zweiten "Rambo"-Einsatz. Alyssa Milano (Below Utopia), hier noch jung und unschuldig, erfüllt zufriedenstellend die Tochter-Rolle, während Rae Dawn Chong (Crying Freeman) lediglich das hilflose Frauchen an des Heldens Seite ist. Dan Hedaya (Shaft 2000) und Vernon Wells (Fortress) geben prima Finsterlinge ab, auch wenn sie nicht groß herausgefordert werden. In Nebenrollen sieht man noch Arnies "Predator"-Spezi Bill Duke (Exit Wounds) und Bill Paxton (Predator 2) als Radar-Knilch.

In "Phantom Kommando" darf Arnie mal so richtig auf die Kacke hauen und eine Unzahl an bösen Latinos meucheln. Pädagogisch wetvoll sowie politisch korrekt ist auch das nicht, aber wenn interessiert das schon? Zum Glück für den Action-Fanatiker steht Arnie ein recht großes Arsenal zur Verfügung, was er auch großzügig einsetzt. Sowohl die M60-Maschinenkanone als auch AK-47, Pumpgun und Jagdmesser werden benutzt. Nachladen oder Ladehemmung sind dem Arnie dabei Fremdwörter, weshalb im brachialen Showdown pausenlos die Post abgeht. Schon daran sieht man, dass sich der Film nicht ernst nimmt. Schwarzeneggers Performance der unkaputtbaren Ein-Mann-Armee grenzt schon an eine Parodie. Die Musik könnte eine leicht entfremdete Version von Marschmucke sein und die Handlung dient selbstverständlich nur als Mittel zum Zweck, um unseren allerliebsten Össi von Gegner zu Gegner zu hetzen, die allesamt keine großen Hindernisse darstellen.

Bei "Phantom Kommando" wird dem Zuschauer daher geraten das Gehirn auf Off zu stellen und die Show einfach genießen, sofern man das auch will. Zusammen mit Genre-Kollegen wie "Rambo 2" und dem 89er "The Punisher" dürfte der Streifen zu keinerlei Gehirnschäden führen, denn es muss ja nicht immer Shakespeare oder Goethe sein...

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