Was soll ich dazu sagen?
Schon der Anfang des Films, mit dem ich wohl nicht zu viel über den Rest der... nennen wir es "Story", verraten werde, spricht für das Werk an sich: Wir haben ohne jegliche Umschweife teil an den Hinrichtungen verschiedener Spezialkommandoeinheiten, die da lustig von Müllmännern etc. recht endgültig aus ihrem Privatleben gerissen werden. Im nächsten Moment sehen wir John Matrix, wie er uns lässig seine Kraft demonstriert, indem er mal eben einen Baustamm auf der Schulter leichten Fußes zu seiner Berghütte transportiert, der darauf auch gleich mit gezielten Hieben in das zerlegt wird, woraus seine zukünftigen Gegner bestehen werden: Kleingehacktes.
Da nähert sich jemand von hinten (Suspense!), aber nix is: Papi schließt nur seine kleine Tochter in den Arm (die dabei wahrscheinlich nach Atem ringt) und wirbelt sie umher. Die Sonne scheint, alle sind glücklich. Um das noch ein wenig auszuwalzen und all American family-life pur zu präsentieren (bemerkenswerterweise ohne Mami, was aber den einfachen Grund hat, dass die Frau, die natürlich noch zu ihm stoßen muss, somit keine Moralprobleme verursachen kann). Sämtliche Klischeeszenen mit den beiden werden durchgenudelt: Beim Spielen, Angeln,... ich denke mir noch: Bitte füttert jetzt kein Reh, bitte nicht, bitte... NEIN!
"Phatom Kommando" ist tatsächlich einer der klischeeüberladensten Filme aller Zeiten, was ihn herrlich unbedarft erscheinen lässt, und ganz klar der Ur-Arnie. Dieser Film bildet quasi den Prototyp des Actionfilms, selten sehen wir die Elemente, die dieses Genre kennzeichnen, so rein und klar wie hier: Den Machohelden (und was Arnie hier abliefert, ist wirklich kaum noch zu beschreiben), das friedliche Leben, aus dem er gerissen wird (hier sogar inlusive Bambi) und das ihm daraufhin die Legitimation gibt (it's the American way of life, baby!), sämtlichen Baddies kräftigst und möglichst auch recht derb einzuheizen. Ach ja, optional gibt es auch noch eine Frau an seiner Seite, die, wenn sie Glück hat, auch mal so tun darf, als wäre sie noch zu etwas anderem zu gebrauchen als zum Rumkreischen und sich in die Schusslinie stellen.
So muss ein Actionfilm sein, politisch unkorrekt bis in die Fußsohlen und sehr unterhaltsam. "Phantom Kommando" (Warum eigentlich "Phantom"? Warum? Finden die Deutschen "Commando" nicht interessant genug?) bietet da so einiges, aber gerade bei der Action muss man bis zu den letzten 20 Minuten warten, bis sich so richtig was tut. Der Film bleibt aber auch bis dahin hochgradig unterhaltsam, und wenn es dann soweit ist - hätte ich doch noch ein bisschen mehr erwartet. Ja, Arnie ist eine Einmann-Kampfmaschine sondergleichen. Ja, er benutzt Raketenwerfer, Pistolen, Shotguns, Paras etc., und das äußerst reichlich. Ja, die Bad Guys springen zu Dutzenden hinter jedem Busch hervor. Aber irgendwie wurde der Film, gerade was seine Gewalt angeht, in der generellen Auffassung dermaßen übertrieben stilisiert, dass man seine Erwartungen zwangsläufig nach unten korrigieren muss. Das mag etwas seltsam scheinen, nennt mich kleinlich, aber irgendwie fehlte was. Nicht viel, aber doch noch ein kleines Quentchen Übertriebenheit.
Das wars aber auch schon, tat doch gar nicht weh, oder? So, Arnie, und jetzt geh wieder harter Junge spielen. Und vergiss deine Machete nicht.