Schwarzenegger.
Commando.
Diese zwei Worte prangen auf dem Cover der US-DVD und mehr muss auch nicht gesagt werden.
Phantom Kommando ist, neben Rambo 2: Der Auftrag und Rambo 3 DER One Man Army-Actioner schlechthin, dem man an allen Ecken und Kanten seine 80er-Jahre-Herkunft ansieht. Keine zehn Mann werden getötet, ohne einen Oneliner abzulassen und keine hundert Mann können die Dampfwalze Schwarzenegger aufhalten. Das ist unrealistisch, sinnfrei und verdammt gut so.
Der Cast gestaltet sich, typisch für Arnie-Vehikel dieser Art, um den Gouvernator herum, der den Film allein auf seinen bloßen Muskeln trägt und dabei noch einen Wortwitz liefert, den wir spätestens seit Terminator 2 alle lieben. Kaum ein anderer Film begleitet die Kugelfänger cooler ins Reich der Toten; da stört es nicht einmal, wenn in der Zuschauerriege ein Mädel von geschätzten zehn Jahren (gespielt von der blutjungen Alyssa Milano) sitzt und das große Sterben mit einem zauberhaften Lächeln würdigt, das Daddy da eben durchgezogen hat.
Der hat allerdings einen triftigen Grund dafür.
Ein anderer Ausweg als die totale Vernichtung des Gegners scheint John Matrix (Schwarzenegger) indiskutabel, als seine Tochter entführt und er von Terroristen zum Präsidentenmord erpresst wird.
Was folgt, ist eine Flucht per pedes, auf vier Rädern und stets mitten in die Fresse, bis zuletzt ein ganzes Dorf dran glauben muss. Und stets Arnie mittendrin, dem die Kugeln nur so um die Ohren fliegen, das aber irgendwie egal ist.
Gewalttechnisch gehört Phantom Kommando zu den härteren Schwarzenegger-Streifen, allerdings wirkt da der erste Terminator um Einiges gnadenloser, weil sich dieser nicht dermaßen auf die Schippe nimmt, wie der Film dieses Reviews es tut. Die Indizierung ist durchaus gerechtfertigt, aber wer Commando ernst nimmt, hat einfach nicht verstanden, was Filme wie Rambo 3 und den Lundgren-Punisher ausmacht: pure Männlichkeit
Es geht nicht darum, dass jemand stirbt, sondern mit welchem Spruch du ihn zur Hölle jagst.
Einzige Kritikpunkte bleiben die streckenweise störenden Durststrecken und eine Sache, die so manchen Actioner das Genick bricht. Ein Glück, dass Raw Dawn Chong aka Cindy als weibliche Nervensäge keinen allzu großen Part einnimmt. Mehr von dem hysterischen Gekreische hätte ich nämlich nicht ertragen. War ich froh, als Matrix allein sein Boot bestiegen und zum Endkampf gepaddelt ist!
Wie dem auch sei: Phantom Kommando ist für mich einer DER One Man Army-Shows schlechthin: Ein Hauch von Story, Munitionsverschleiß, dass die Zeigefinger glühen und Kampfmaschinen, die keine langen Mäntel und Sonnenbrillen brauchen, um cool zu wirken.
90 Minuten Hirn-aus-Dauer-Action, das ist Phantom Kommando.
Und er ist verdammt gut darin.
8/10