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Nicht erst in Filmen wie Kindergarten Cop oder Last Action Hero nahm Schwarzenegger sich und das Ein-Mann Actiongenre aufs Korn.
Bereits der 1984 gedrehte Phantom Commando ist mit einem dicken Augenzwinkern inszeniert und nimmt sich lange nicht so bierernst wie Rambo und Konsorten.
Schon Schwarenzeneggers erster Auftritt macht deutlich in welche Richtung es hier gehen wird. Lässig hält er eine schwere Kettensäge und schultert gleichzeitig ohne Mühe einen ganzen Baumstamm.
Kurz darauf folgt in den Anfangscredits eine zum Brüllen komische Montage kitschiger Vater-Tochter Momente (Arnie und Milano füttern Bambi), die Arnold als Superdad etablieren sollen. Wer danach den Streifen noch immer ernst nimmt ist selber Schuld.
Bevor "Matrix", so der Spitzname der steirischen Eiche in Commando, hauptberuflich Vater wurde, war er Mitglied der härtesten Eliteeinheit überhaupt und freilich unter den Besten der Besten der Allerbeste.
Ein Mann, der bei den richtigen Windverhältnissen den stinkigen Atem seiner Gegner auf 3 Kilometer riechen kann, was eine Bande hinterhältiger Terroristen trotzdem nicht davon abhält Arnies Tochter zu entführen, um die Ein-Mann-Armee dazu zu bringen nach Land XY zu fliegen um irgendein Landesoberhaupt umzunieten.
Natürlich spielt Mr. Universum da nicht mit, killt seinen Begleiter im Flugzeug ("und bitte stören sie meinen Freund nicht. Er ist todmüde.") und steigt elegant während des Abflugs aus.
Nun hat er 11 Stunden Zeit die Schmutzfüße zu finden und aus dem Leben zu befördern.
Begleitet wird Matrix dabei von einer halbwegs attraktive Stewardess, die jeden Mist mitmacht, da Sie ohne eigene Schuld im Schlamassel drinsteckt, darüber aber irgendwie nicht richtig sauer zu sein scheint. Aber wer wäre das schon, wenn man als Entschädigung für den ganzen Stress mit einer Bazooka auf ein Polizeifahrzeug schießen darf?
Commando ist vollgepackt mit solchen Übertreibungen und Unwahrscheinlichkeiten. So bricht Matrix (der von der Polizei gesucht wird) nicht etwa, wie man es von einem Elitesoldat erwarten könnte, leise und unauffällig in ein Waffengeschäft ein, sondern er schnappt sich einen Radlader und brettert damit durch die Wand.
Interessanterweise bekommen die Entführer von Matrix Berserker Aktionen nichts mit, obwohl sich eigentlich sämtliche Nachrichtensender darauf stürzen müssten.
Aber auf Logik wird hier eh komplett verzichtet. Wichtig ist nur das es kracht und das tut es im Finale dann auch gewaltig. Erfreulicherweise kommt Arnies gewaltiges Waffenarsenal dabei komplett zum Einsatz.
Ganze Gebäude werden mit Minen weggesprengt, Wachen werden mit Kampfmesser, MG und Pumpgun reihenweise umgenietet und als es droht langweilig zu werden, greift Arnie zu allerlei Gartengerät und Werkzeug, das er praktischerweise in einem Schuppen vorfindet. Hier erreicht der Film mit einem abgehackten Arm auch den härtetechnischen Höhepunkt.
Doch der Film weiß sich sogar noch zu steigern, zumindest in Sachen (unfreiwilliger?) Komik, denn der heimliche Obermotz Benett bekommt noch seinen großen Auftritt. Der Kerl sieht mit seinem Schnurrbart und Kettenhemd aus, als würde er später noch für die Rolle des Terroristen bei den Village People vortanzen. Spätestens wenn dessen Darsteller am Ende Schauspielen mit Grimassen schneiden verwechselt, gibt es kein Halten mehr.

Fazit: Phantom Commando ist ohne Frage dumm und unlogisch, allerdings auch zur keiner Sekunde ernst zu nehmen. Wenn eine Stewardess mit einem Raketenwerfer schießt, Schwarzenegger einen frisch aufgespießten Bösewicht zum Reden bringen will oder mal eben eine Telefonzelle mitsamt Insassen aus den Angeln reißt und durch die Gegend schmeißt, dann weiß man was die Uhr geschlagen hat.
Wer sich auf die Gaudi einlässt, wird einige Male herzhaft lachen und sich zudem an spektakulärer Action, mit viel Blut, hohem Bodycount und einer Menge dummer Sprüche erfreuen. Alle Anderen sollten vorsorglich schon einmal eine große Packung Aspirin bereitlegen.

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