Arnold Schwarzenegger spielt einen ehemaligen Colonel, der zusammen mit seiner Tochter seinen wohl verdienten Ruhestand genießen will. Als seine Tochter jedoch von südamerikanischen Terroristen entführt wird und diese fordern, dass er ein ausländisches Staatsoberhaupt töten soll, sieht er rot und macht sich, statt den Auftrag auszuführen auf die Jagd nach den Entführern.
Und noch ein Beitrag zum brutalen, teilweise menschenverachtenden Action-Kino der 80er, der mit 86 toten Menschen neben "Rambo 3" Geschichte als einer der brutalsten Filme des Genres schrieb und nicht unbedingt zu Unrecht bis heute in der Kinoversion indiziert ist. Das Action-Kino der 80er brachte nur wenige Werke hervor, die man sich heute noch ansehen kann, ohne sich von der ersten bis zur letzten Minute zu langweilen, zumal diese Filme alles andere als zeitlos sind, da die Action-Szenen spätestens seit "Abyss" und "Jurassic Park" übertroffen sind und weder Story noch Inszenierung sonderlich sehenswert sind. "Phantom Kommando" ist einer der wenigen dieser Action-Filme, die man sich heute noch zu Gemühte führen kann und ist nicht nur für Fans des Genres unterhaltsam.
Nachdem er zuletzt mit der Stephen-King-Verfilmung "Der Feuerteufel" in Erscheinung treten konnte, bekam Regisseur Mark L. Lester für seinen Action-Film ein beträchtliches Budget zur Verfügung gestellt, dass er definitiv voll und ganz ausschöpft. Die Action-Szenen haben durchaus einen hohen Schauwert, bestehen aber im Endeffekt nur aus Nahkampf-Szenen und größeren Pyrotechnik-Feuerwerken, die man in anderen Filmen bereits dutzendfach hat sehen dürfen. Die Dosierung ist überaus wohlwollend, eine Action-Sequenz jagt die nächste und so ist "Phantom-Kommando" durchaus unterhaltsam, wenn man denn kein Problem damit hat, wie kaltschnäuzig Lester ein Menschenleben nach dem anderen beendet. Die Zwischenräume kann Lester kaum füllen, zumal ihm die Drehbuchautoren eine indiskutabel schlechte Story vorgelegt haben, aber mit einem Schuss Eigen-Ironie und den witzigen Dialogen von Schwarzenegger und seiner neuen Begleiterin, gespielt von Rae Dawn Chong, entsteht ein alles in allem unterhaltsamer, wenn auch kurzweiliger Action-Film mit einem schnellen Erzähltempo und auch ansonsten gibt es handwerklich nichts auszusetzen, außer, dass die wenigen dramatischen Momente etwas unbeholfen wirken.
Die Story ist natürlich Müll und ist nur ein billiges Vehikel, um die Action an den Mann zu bringen und nervt mit einer allzu vorhersehbaren Handlung und einer überaus flachen und klischeehaften Charakterkonstruktion. Der Subplot um Schwarzenegger und seine Entführte, die immer mehr Sympathie für den Ex-Colonel empfindet und ihn schließlich bei der Jagd nach seiner Tochter unterstützt und sich schließlich sogar in ihn verliebt, stapelt zwar regelrecht Klischees, kann aber die eine oder andere Lücke füllen. Die Story ist natürlich Müll, aber aus dem Genre ist man ja genug Kummer gewohnt.
Arnold Schwarzenegger ist mimisch mal wieder ein Totalausfall. Egal, ob er seine Tochter liebkost, ob er zwanzig Gegner in Folge abknallt, oder ob er seine neue Errungenschaft küsst, er hat immer denselben, steifen und maskenhaften Gesichtsausdruck und hat neben seiner beeindruckenden Physis nicht sonderlich viel zu bieten. Bei den Action-Szenen ist er voll und ganz in seinem Element und leistet gute Arbeit, zeigt aber wie gesagt deutlich, warum ihm Bruce Willis in den 90ern den Rang ablaufen konnte. Nach seinem Erfolg mit "Terminator" und vor seinen beiden unterdurchschnittlichen Action-Machwerken "Der City Hai" und "Running Man" ist dies eine seiner wenigen wirklich überzeugenden Action-Produktionen. Rae Dawn Chong spielt solide, genauso, wie der übrige Cast, der zwar keine Top-Darsteller, aber auch keine Totalausfälle beinhaltet.
Fazit:
Ein überdurchschnittliches Action-Machwerk der 80er, dass durch die großzügig dosierte Action gut unterhalten kann, aber ansonsten kaum erwähnenswerte Vorzüge hat und durchaus eine etwas bessere Story hätte vertragen können.
61%