US Cowboy John Wayne gewinnt für Amerika den Vietnamkrieg...
Story:
US-Colonel Kirby (John Wayne) soll mit Hilfe seiner „grünen Teufel“ eine Einheit in Vietnam unterstützen, die gerade ein Militärlager in Vietconggebiet errichten. Als der Colonel dort ankommt, ist Lager nur mittelmäßig befestig, also wird fleißig Sandsäcke geschleppt. Mit dabei der Reporter Beckworth (David Janssen), der dem militärischen Einsatz der USA in Vietnam kritisch gegenüber steht. Doch als der Vietcong das Lager angreift, ballert auch er lustig mit. Als Bonus darf Kirby mit ein paar Ausgewählten noch einen hochrangigen Nordvietnamesen aus dessen Villa kidnappen und mit einem elternlosen, kleinen Kind Richtung Sonnenuntergang spazieren......
Hier wird dem Zuschauer der Inbegriff des Vietnamkriegwerbefilms gezeigt. So patriotisch, dass einem die Haare zu Berge stehen. Der Film beschränkt sich allein darauf, den Krieg als harmlos und die Amerikaner als Friedensbringer darzustellen. Den Alibikritiker (Reporter) lässt man nur anfangs kurz zu Wort kommen, danach wird er sofort mit Propagandagelaber zum Schweigen gebracht. Was bleibt ist eine Verharmlosung und Verfälschung des Vietnamkriegs. Die Ausbildung ist lustig, die dummen und bösen Vietnamesen haben nichts zu bieten etc.
Musik:
Als hätte man sich in ein Kindermärchen verirrt. Schmetternde und glückselige Militärmusik, dass einem der Hut hochgeht. Die amerikanischen Soldaten werden zu Helden stilisiert die sie nicht sind. Die 7 Zwerge hätten ihren Spaß an der Musik gehabt. Ziemlich fragwürdiger Versuch den Film so als Kindersandkastenspiel darzustellen.
Atmosphäre:
Jawohl, der Patriotismus trieft. Bei der anfänglichen Pressekonferenz werden die 3 Reporter, von einem Soldaten zum Thema „Vietnamkrieg“ so zugeschwallert, das sie ihren Kopf einziehen. Ist doch egal, ob Amerika eine Diktatur unterstützt, die dazu noch die Menschenrechte mit Füßen tritt. Den Drill während der Soldatenausbildung zu zeigen, wird tunlichst vermieden. Sobald man in Vietnam angekommen ist, geht es eigentlich nur noch darum dem armen Volk der Vietnamesen zu helfen. Besonders der Klischeecharakter des elternlosen Jungen geht dabei so sehr auf die Nerven, dass man ihn am liebsten übers Knie legen würde. Daran könnte aber auch die Synchronisation schuld sein. Liebenswert, wie John Wayne dann auch gleich mal ein ganzes Dorf vor dem Vietcong schützen will. Setzt man bis dahin seine Patriotenbrille auf, erkennt man das der Film nur aus Alibiepisoden für den Vietnamkrieg bestand. Aber was fehlt noch? Genau, ein ordentlicher Kampf mit den verräterischen Vietnamesen. Da haben wir ihn auch schon: Nachts greifen der böse Vietcong das Lager an und macht es nieder. Aber man hat ja noch die Air Force, die mal flux alle niederstreckt. Tja, aber jetzt steht John Wayne vor dem „Pearl Harbour“ Problem, denn man hat den Kampf verloren. Also muss wie in PH ein Sondereinsatz her. Ab geht es mit einer Handvoll Männer in Feindesland, einen hochrangigen Feind kidnappen. Leider kommt Waynes bester Freund dabei um’s Leben. Aber was ein richtiger Ami ist, macht das nicht viel aus. Zurück im Stützpunkt wartet dann schon der arme Junge. Natürlich lässt Johnny sich nicht Lumpen und tröstet den armen Bengel. Jetzt noch Richtung Sonnenuntergang gehen und fertig ist der Alibiwerbefilm für den Vietnamkrieg. So kann man wieder einen Teil der Bevölkerung ruhig stellen und hoffentlich auch ein paar Kritiker. Amerika dankt euch! (und ich krieg das kotzen...)
Schauspieler:
US Vorzeigecowboy John Wayne tauscht hier mal Revolver und Pferd mit Maschinengewehr und Hubschrauber. Interessant wie sich ein Idol selbst demontieren kann, denn er hat nicht nur die Hauptrolle sondern führte auch noch Regie. Klar: John Wayne ist hart und ein echter Mann, dass hat er schon oft genug in Western bewiesen.... So auch hier.. Seine übliche Klischeerolle hat er nun mal drauf. Hier ist er nun mal der knorrige Colonel, der aber viel für die Bevölkerung Vietnams übrig hat *würg*
Fazit:
Dieser Film ist sicherlich professionell, wenn auch altmodisch inszeniert, ABER wie der Vietnamkrieg hier dargestellt wird ist eine Frechheit. Amerikaner sind die lieben und guten Soldaten, die nie was böses tun und allen nur helfen wollen. Das alles wird so dick aufgetragen, dass man schon fast an den Klischees und Lügen erstickt. Nur dank der soliden Inszenierung dieser über 2 Stunden langen Lüge gibt es nicht die Höchststrafe......