Wilderness(Legend Home Entertainment) England etabliert sich mittlerweile zu einem zuverlässigen Lieferanten für gute, intelligente Horrorschocker- oder Slasher der gröberen Art. Dies zeigen Filme wie der passable Dog Soldier, oder Granaten wie The Descent, aber auch Regisseur Michael J. Bassett lieferte schon vor Wilderness mit seinem Debüt Deathwatch einen sehr ansprechenden Vertreter dieses Genres hervor. Zur Besprechung liegt mir die neu bearbeitete Kaufversion vor, die im Vergleich zur Verleihversion um ca. 2,5 Minuten geschnitten ist, aber keine Panik, es wird wohl noch in Kürze eine zweite Variante mit einigem Bonusmaterial geben, die dann wieder ungeschnitten zu bewundern sein wird. Um einen besseren Einblick in diesen Film zu bekommen, habe ich mir zusätzlich noch die Verleihversion besorgt. Beide mir vorliegenden Versionen bieten außer einem Trailer kein Bonusmaterial an. Die Geschichte erinnert an die guten alten Backwood Filme. Hier sind es die Insassen einer Jugendstrafanstalt, die zu zehnt einen Saal bewohnen (aus rein pädagogischer Sicht halte ich natürlich solch einen Zustand für äußerst fragwürdig! Grins… aber dies ist ja kein pädagogischer Lehrfilm). Ein Skinhead und sein ihm treu ergebener Kollege haben es auf einen Schwächeren abgesehen, der sich nach viel Schikane umbringt (es sind wirklich unangenehme Szenen, gerade wenn man die aktuellen Schreckensmeldungen aus deutschen Gefängnissen vor Augen hat). Es folgt eine Strafversetzung des ganzen Saales auf „die Insel“, um den Jungs Teamgeist und Verantwortung füreinander beizubringen. In der freien Natur, ohne Möglichkeit der Flucht sollen den Insassen neue Werte vermittelt werden. Kaum angekommen, geht es jedoch im zehn kleine Knastbrüder – System fast allen der Truppe böse an den Kragen. Man hat eben die Erlebnispädagogik – Rechnung ohne den Wirt, bzw. Jäger gemacht. Was dem geneigten, und sehr wichtig, unempfindlichen Zuschauer hier geboten wird, ist echt harter Stoff! In alter Slasher – Tradition wird hier großer wert auf die Art und Weise des Abganges gelegt, das heißt, es wird äußerst blutig gestorben. Dazu werden einem echt tolle Landschaftsaufnahmen geliefert, und da der Killer auch Hunde als Tatwaffe einsetzt, kommen noch wirklich gute Tier – Action – Szenen vor. Die Geschichte hält den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Minute durch, und oft blitzen kleine Reminiszenzen an andere Filme, wie zum Beispiel der Herr der Fliege, durch (Wilderness ist eigentlich ein Herr der Fliegen Remake mit viel Splatter!!! Puristen werden mich jetzt schlachten!). Was hier geliefert wird, ist wirklich zu empfehlen, da neben der spannenden Handlung, den wirklich brauchbaren Darstellern auch noch eine schöne Landschaft und tolle Tier – Fight – Szenen vorkommen. Wieder ein Beleg, dass sich England zu einem ernstzunehmenden Lieferanten für Thriller und Horrorfilme mausert! CFS