Um Regisseur Michael J. Bassett war es nach seinem spannenden Regiedebut " Deathwatch " sehr still geworden. Er arbeitete mit dem englischen Talent Neil Marshall ( Dog Soldiers, The Descent ) zusammen, um noch mehr Erfahrung zu sammeln. Meiner Meinung nach hat es sich gelohnt, denn " Wilderness " erfindet das Genre zwar nicht neu, ist aber ein professioneller, blutiger und spannender Beitrag aus englischen Landen. Von Bassett werden wir wahrscheinlich in Zukunft noch mehr zu sehen bekommen. Bei der FSK stieß der Film auf Abneigung und bekam keine Freigabe, daher wurde er JK geprüft.
Story:
Von Mitgefangenen gequält, nimmt sich der junge Davi das Leben. Zur Strafe schickt man die kleine Gruppe, bestehend aus Gewaltverbrecher, Sexualtäter und Mördern auf eine kleine Insel, welche im Gefängnisbesitz ist. Doch man ist hier nicht allein, denn bald trifft man eine kleine Gruppe von Frauen und auch einen unsichtbaren Jäger mit seinen Kampfhunden scheint es hierher verschlagen zu haben. Dieser beginnt auch bald die beiden Gruppen blutig zu dezimieren und von der Insel scheint es kein Entkommen zu geben. Auch untereinander kommt es zu Streitereien.
Natürlich haben wir das Ganze schon mal so ähnlich gesehen und sonderlich originell, oder innovativ ist das eh nicht, aber für einen B-Horrorfilm reicht die solide Story, nur ist es unheimlich störend, dass man nach einer Dreiviertelstunde schon die Identität des unsichtbaren Jägers kennt. Man kann sich schon vorher so ungefähr denken, warum er Jagd auf die Gruppen macht, aber Bassett hätte die Auflösung ruhig noch etwas hinausschieben können. Darunter leidet auch die Spannung, doch immerhin setzt man dann auf Action pur.
Obwohl manche Morde als ganz ausgeblendet werden, lässt man sich hier bei den blutigen Effekten nicht lumpen. Richtig heftig wirkt die Zerfleischung durch die Hunde, oder der Tod durch die Bärenfallen. Die Kamera hält meistens voll drauf, auch bei dem Kehlenschnitt, oder der Verbrennung bei lebendigem Leibe. Als Zuschauer kommt man hier nicht zur Ruhe, die Umsetzung ist rasant und spannend geraten, nur richtig überrascht wird man leider nie. Im Finale verwandelt sich " Wilderness " in einen richtigen Actionfilm, Endkampf mit Messern inklusive. Die Streitereien in der Gruppe dürfen auch nicht fehlen, hier bringt man sich sogar gegenseitig um. Das hier viele Schimpfwörter fallen kann man sich schon fast denken.
Die einsame Waldkulisse wirkt sehr bedrohlich und beinhaltete auch einige schnelle Kamerafahrten, sowie Panoramabilder. Der Score strotzt zwar nicht vor Abwechslung, ist jedoch spannungsfördernd.
Die Darsteller agieren von durchschnittlich bis gut, fast alle, sind mir zumindest unbekannt. Nur der markige Sean Pertwee hat schon in " Dog Soldiers " mitgewirkt.
Fazit:
Bassett´s zweite Regiearbeit, in der eine deutliche Steigerung zu erkennen ist. Solide Story die zu früh aufgelöst wird, rasant, blutig und actionreich. Längen haben hier keine Chance, die F/X sind top, selbst die unbekannten Darsteller machen ihre Sache ziemlich gut. Manche Dialoge sind schon sehr einfältig, aber der Rest stimmt. Eine Mischung aus Horror und Action vor bedrohlicher Kulisse, ich wurde prächtig unterhalten, uneingeschränkte Empfehlung.