Nun gut, das „Zehn kleine Negerlein Prinzip“ ist schon echt ein ausgelutschtes Sujet für den Slasherfilm. Da haben wir ne Gruppe von mehr oder minder gut eingeführten Darstellern, denn zumeist kann man nicht von begnadeten Schauspielern reden, die schön nach der Reihe auf mehr oder minder innovative Art und Weise ableben...
„Wilderness“
stellt da keine Ausnahmeproduktion dar! Die Story konstituiert sich um eine Gruppe jugendlicher Knackis, die zu disziplinarischen Zwecken in die nasskalte Flora Irlands geschickt wird. Die Gruppe ist erwartungsgemäß sehr heterogen... Angefangen beim zurückhaltenden Psycho, bis zum Klischeefascho ist alles vertreten. Auf mysteriöse Art kommen dann der Quotenfarbige und der Leiter der Jungknackigruppe um, aber zuvor wird natürlich auf dem „einsamen“ Eiland noch ne Truppe von weiblichen Knastmädels entdeckt.
Juhu, die Truppe ist komplett und das große Murksen kann eifrig losgehen...
Um es Vorweg zu sagen, leider gibt es einen enttäuschenden Punkt bei „Wilderness“, denn man bekommt schon nach kurzer Spieldauer mit, wer der „mysteriöse“ Killer ist. Demnach fällt der „Aha-Effekt“ am Ende des Films eher dürftig aus. Ein bisschen mehr Ungewissheit auf Seiten des Zuschauers hätte Regisseur Basset aufrechterhalten können. Auch der kleine „Twist“ gegen Ende führt nicht wirklich zur Unterkieferstarre...
Positiv bei „Wilderness“ ist die straffe und spannungsgeladene Inszenierung. Man fiebert kontinuierlich mit den mehr oder minder sympathischen Charakteren mit und das obwohl sie nicht ausführlich eingeführt wurden. Basset setzt sein Augenmerk eher auf Situationsdynamiken und Verhaltensweisen, die sich aus der misslichen Lage der gejagten ergeben. Das gelingt ihm auf ganzer Linie.
Effekttechnisch ist eine große Qualität vorhanden. Gute Make-up FX hinsichtlich Gore und Splatter sind reichlich vorhanden. Die ambitionierte Kameraführung trägt maßgeblich für das gelingen dieser Szenen bei! Generell muß der Kameraführung ein großes Lob ausgesprochen werden. Besonders die Bärenfallenszene ist ein optisches Hightlight!
Die Schauspieler, mir allesamt nicht wirklich bekannt, überzeugen für den Filmbereich sehr gut und tragen zur Spannung und Kurzweile von „Wilderness“ bei.
Fazit:
Trotz eines vorausschaubaren Endes, ist „Wilderness“ ein unterhaltsamer Filmspaß für das geneigte Publikum. Da das „Backwoodsickoslashersegment“ doch einiges mehr an Celluloidmüll zu bieten hat, gebe ich 8,5 Punkte!
Wen übrigens „Wilderness“ überzeugen konnte, sollte sich „Severance“ geben... Intendierter Wiedererkennungswert ist vorprogrammiert!