Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität.
Alfred Hitchcock
Der Horrorfilm ist ein Genre das die verschiedenen Generationen schon immer fasziniert und auch inspiriert hat.
In der Dokumentation Der amerikanische Alptraum befassen sich die Macher mit der Geschichte bzw. Entstehung des modernen Horrorkinos in den USA.
Regisseure die das Genre mit ihren Werken neu definiert haben und auch Filmkritiker geben einen Einblick die Zeit der 60-er / 70-er Jahre als sich die Gesellschaft in den USA (aber auch außerhalb) mit Konflikten und Herausforderungen konfrontiert sah die bewältigt / verarbeitet werden mussten.
John Carpenter (Halloween), George A. Romero (Dawn of the Dead), Wes Craven (Last House on the Left), Tobe Hooper (Blutgericht in Texas), David Cronenberg (Parasiten-Mörder), John Landis (American Werewolf) und Make-Up Guru Tom Savini (Night of the Living Dead Remake in den 90-er Jahren) geben einen Überblick über die Anfänge einer neuen Art des Horrorfilmes die kaum noch etwas mit den althergebrachten Horrorfilmen über Frankenstein, Dracula oder den Werwolf gemein hatte.
Es war die Zeit des Vietnamkrieges (1955 - 1975), der Attentate auf den Bürgerrechtler Martin Luther King und den Präsidenschaftskandidaten Robert F. Kenndey (1968) sowie der Bürgerrechtsbewegung.
Ein wichtiger Fakt über das Filmgenre ist das Ereignisse die unsere Gesellschaft besonders bewegen / nachhaltig verändern über dieses Medium verarbeitet werden.
Der Horrorfilm nimmt hier eine besondere Position ein.
Natürlich gibt es auch Dramen, Satiren oder auch Thriller die sich mit Themen wie dem Vietnamkrieg oder einer zerrissenen Gesellschaft befassten.
Doch das Horrorgenre führt den Zuschauer tief in die dunklen Tiefen seiner Seele und konfrontiert ihn, was in den besten Horrorfilmen wirkt, mit seinen Urängsten oder einer bestimmten Angst, all die schleimigen, kriechenden Dinge an die wir im Alltag kaum einen Gedanken verschwenden.
Und Themen wie Terrorismus, Krieg oder wirtschaftliche Krisen sind ja genaugenommen Horror der verarbeitet werden, oder im Fall von Terroristen bekämpft, werden muss.
Und im Horrorkino geht es ja um die Konfrontation mit Angst, mit dem Bösen (das dann auch besiegt / überwunden wird (bis zur nächsten Fortsetzung)).
Natürlich gibt es verschiedene Arten des Horrorfilms:
Trash und Hochglanzprodukte zur Unterhaltung, Filme die einfach nur schlecht sind und jedes Vorurteil über das Genre bestätigen und dann (Independent)Filme die etwas existentielles / gesellschaftliches ansprechen (ohne mit den Holzhammer daherzukommen).
The American Nightmare ist, mit einer Laufzeit von ca. 73 Minuten, nur eine kurze Führung durch die dunkle, faszinierende Welt des (amerikanischen) Horrorkinos.
Denn eigentlich sind Horrorfilme moderne Märchen über alte, sehr alte Dinge.
(10/10)
Und hier noch einige Filme die ich, angeregt durch diese Dokumentation, erwähnenswert finde:
Deathdream (1974)
God Told Me To (1976)
Night Tide (1961)
Penda´s Fen (1974)
Brain Dead (1990)
Vision der Dunkelheit (1988)
Blutnacht - Das Haus des Todes (1974)
Darkness (2002)