Review

Neben dem noch schlechteren " Attack Force " drehte Aikidomoppel Steven Seagal noch den B-Klopper " Shadow Man ". Nach dem guten " Submerged " geht es hier wieder deutlich abwärts, aber immerhin nicht abseits des durchschnittlichen Bereiches. Seagal schrieb zusammen mit Joe Halpin das konfuse Drehbuch und Produzent Andrew Stevens hatte wohl auch nicht genügend Kohle in der Tasche, so musste er Seagal um ein paar Scheinchen bitten. Regisseur Michael Keusch, gebürtiger Kanadier, bekam gleich einen Dreiervertrag bei Steven´s Produktionsschmiede, aber um es gleich auf den Punkt zu bringen, dies ist seine beste Arbeit.

Der ehemalige CIA Agent Jack Foster (Steven Seagal) fliegt mit seiner Tochter Amanda (Skye Bennett) und seinem Schwiegervater George nach Rumänien, anlässlich des fünften Todestages seiner Frau. Aber bereits am Flughafen wird Amanda entführt und George in die Luft gejagt. Jack wird kurz darauf von der Polizei, CIA und dubiosen Gangstern verfolgt. Alle vermuten, dass Jack als Kurier einen gefährlichen Killervirus bei sich trägt. Unwissentlich beginnt Jack selbst Nachforschungen anzustellen, wobei er bald Hilfe von der Taxifahrerin Anya (Eva Pope) erhält. Aber die Verfolger sind ihm immer auf den Fersen, wie gut, dass Jack von seinen kämpferischen Fähigkeiten nichts verlernt hat.

Fangen wir gleich mal mit den Peinlichkeiten an. Ganz besonders sticht da die Vater Tochter Beziehung heraus. Die Dialoge zwischen den beiden sind zum Heulen. Ich zitiere:" Na, dir hat es doch ausser den Unannehmlichkeiten in Rumänien gefallen ?" Was für eine geschissen dämliche Frage. Ich glaube nicht, dass das Balg einen schönen Aufenthalt hatte, wenn es gekidnappt wurde. Dann die sich andeutende Liebesszene zwischen Seagal und der leicht bekleideten, wesentlich jüngeren Frau, gott sei dank blendet Keusch da ab. Drittens eine der schlechtesten und armseligsten CGI Explosionen die ich je gesehen habe. Mit nur ein paar Schüssen aus einer Pistole holt Jack einen Kampfhubschrauber runter. Diese Szene ist unter aller Sau.

Bei der Handlung war Gevatter Seagal auch nicht ganz bei der Sache. Überraschungs und Spannungsarm jagt man sich gegenseitig, nur wegen eines blöden Chips, der aussieht wie eine Abführtablette. Dabei mischen wieder so viele Parteien mit, dass man schnell mal den Überblick verlieren kann. Ab und zu rodet Seagal mal durch die Gegnermassen, dann sind es wieder ein Paar weniger. Was man dem Film hier noch zu Gute schreiben kann, ist das Erzähltempo. Langweilig ist das Ganze bestimmt nicht, die Actionszenen hauen zwar nicht vom Hocker, aber wurden gut im Film verteilt.

Nur Keusch sollte man zum Mond schießen. Allein die Verfolgungsjagd zu Beginn hat er derartig mit Fast, Slow Motion und seiner Wackelkamera versaut, außerdem sieht es manchmal so aus, als hätte man das Ganze im Stand, oder bei Schneckentempo gefilmt. Richtig gut geworden, ist die anfängliche Explosion, da hat man wahrscheinlich die Hälfte des Budgets hineingesteckt. Und noch ein weiteres Wunder ist geschehen. Seagal darf mal wieder richtig zupacken. Zwar wird er sichtlich oft gedoubelt, oder wortwörtlich in den Schatten gestellt, aber hier wird mehr geprügelt als in seinen letzten drei Filmen zusammen. Dabei sind auch wieder ein paar Knochenbrüche, inklusive seinem berühmten Genickbruch a la Casey Ryback. Sonst wird ein bisschen geschossen, Blut und Hirnfetzen dürfen dabei hübsch an glattpolierte Wände spritzen. Im Gegensatz zur Handlung kann sich die Action sehen lassen, auch hat man sich hier mal wenigstens die Mühe gemacht, sich einen Hubschrauber zu mieten, anstatt ihn am Computer zu erstellen.

Der übliche Ostblock muss wieder als Kulisse herhalten. Auf schöne Bilder wartet man daher vergebens, aber die schmuddeligen Locations wie Hinterhöfe, alte Bauten und Kneipen sind passend. Der Score sticht nicht besonders heraus, weiss aber die Actionszenen gut zu untermalen.

Steven Seagal macht sich hier zwar nicht zum Affen, aber die Doubelei zehrt schon an den Nerven der Fans. Die Szenen mit seiner Tochter sind auch schon hart an der Grenze, aber ansonsten ist er immer noch sympatisch und weiss sich gegen seine Häscher zu behaupten. nur warum er seine Schüler anfänglich dermaßen brutal zusammenschlägt ? Also ich wollte nicht bei ihm trainieren. Die mir völlig unbekannte Eva Pope gibt eine charismatische Performance ab, genauso wie Jungdarstellerin Skye Bennett. Die Fieslingsrige stinkt schon vor Klischees, jedoch bekommen wir keine Totalausfälle zu sehen.

Klischee über Klischee plus einige Lächerlichkeiten, aber irgendwie doch unterhaltsam. Ich hab schon Mieseres von ihm gesehen.

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