Unwissentlich soll Jack Foster ein gefährliches Virus aus den USA schmuggeln. Als seine Tochter in Europa entführt wird, taucht Jack tief in die Welt der internationalen Spionage ein und stellt sich seinen Widersachern in den Weg.
Eins muß man dem alten Aikido Kempen lassen, für seine zum Drehzeitpunkt 55 Jahre sieht er noch wirklich gut aus und ein wenig abgenommen scheint er auch zu haben. Bei Shadow Man durfte er auch mal wieder am Drehbuch mitschreiben, was aber nicht seine Schokoladenseite zu sein scheint, denn zum einen ist die ganze Geschichte dermaßen konfus zusammengekleistert, wer hier durchblickt welche der vielen verschiedenen Fraktionen hier mit wem unter einer Decke steckt und das ganze mit einem Flußdiagramm sinnvoll darlegen kann darf sich getrost einen Allesblicker Orden ans Revers heften. Zum anderen schießt der Film sich mit seinem, zugegeben nicht unbedingt erwarteten Schlußtwist, selbst ins Knie, denn warum sollte man Foster ein Original des Chips stecken und ihn damit zur Zielscheibe machen, wenn der Übergeber diesen einfach selbst behalten könnte und ein Placebo denselben Zweck erfüllt hätte. Ich will jetzt nicht zuviel spoilern, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Sinn macht die ganze Aktion.
Gedreht wurde das Ganze mal wieder im Filmsparmekka Rumänien, dennoch hat der Film einen handwerklich guten Look. Es gibt reichlich Schießereien und Prügeleien, in denen sich Seagal hin und wieder mal doubeln lassen muß, aber an Härte darf er sich mal wieder beinahe wie in alten Zeiten austoben. Der eine oder andere Knochen wird mal wieder einem Belastungstest unterzogen (und fällt jedesmal dabei durch), es gibt eine ganze Reihe von Headshot Extrapoints, lustigerweise sogar bei einer Gipsbüste. Die Action ist insgesamt soweit ok, ohne aber wirklich spektkulär zu werden. Etwas unglaubwürdig ist allerdings die Szene in der sich der Held mit diversen Haushaltsgeräten aus eine Falle mcgyvert, sorry Steven, aber die Nummer kauf ich dir einfach nicht ab.
Shadow Man ist insgesamt wirklich kein Oberkracher, aber ansonsten recht ansehnlich. Wenn der Zuschauer nach langer Anlaufphase mal endlich durchblickt was denn da nu gerade passiert, bekommt man die gewohnte Seagal´sche Action zu sehen, die aber nicht mehr mit den Nico oder Alarmstufe Rot Zeiten zu vergleichen ist.
5/10