Kurz zu Beginn des Films macht sich der Zuschauer Hoffnung, dass es sich bei „Vamp“ um einen brauchbaren Film handeln könnte. Doch sobald das Intro sich als der Beginn des hunderttausendsten College-Teenie-Films entpuppt, ist klar, dass nichts zu erwarten ist. Und der Film hält im negativen Sinne, was er rasch verspricht.
Wir dürfen Teilhaben an der Suche von zwei „coolen“ College-Bengeln, die zur Aufnahme in eine Studentenverbindung eine Stripperin besorgen wollen. Sie nehmen sich den obligatorischen Nerd als Geldquelle mit und ziehen in die Stadt. Zur Rekrutierung suchen sie sich leider einen Club aus, der sich als Hochburg von Vampiren herausstellt. Hauptattraktion und Chefvampir ist Grace Jones. Ich schätze Frau Jones sehr als Sängerin und von mir aus als Modell – schauspielerisch ist sie nie überzeugend gewesen. Aber als Stripperin mit einem BH (wofür auch immer bei der Figur) auch Draht ist Miss Jones mit Sicherheit nicht das erotischste, was man auf eine Studentenfete mitnehmen kann. Trotzdem sind unsere Buben begeistert und wollen sie anheuern. Dabei wird der erste der Drei gebissen und zu einem Vampir. Der Nerd wird später auch gebissen, was aber keinen interessiert. Und der letzte der Jungs entdeckt mitten in dem schaurigen Nachtclub ein sauberes, nettes, sehr amerikanisches Mädchen aus seiner Vergangenheit wieder, mit der dann zu Ende des Films eine saubere, nette, sehr amerikanische Beziehung begonnen wird. Bis es soweit ist, werden wir noch fix gelangweilt. Der letzte der drei Buben muss sich mit einer Bande Albinos rumärgern (die gar nicht mal so unwitzig ist), bekommt Probleme mit einem Aufzug und wird, nachdem er den Vampirschuppen angezündet hat, von den nun verärgerten Blutsaugern verfolgt. Nichts, was dem Jungen widerfährt, ist in irgendeiner Weise spannend. Auch nicht der Showdown mit Grace (der dadurch unerträglich wird, dass Grace minutenlang nur starrt – einmal zubeißen und das wäre es gewesen). Nach dem Starren wird Grace mit einem Pfeil und der Unterstützung des Erstgebissenen beseitigt. Das überrascht den Zuschauer ein bisschen, hat doch unser einziger Überlebender seinen Freund nach der Verwandlung in einem Vampir gepfählt. Die Auflösung ist so ziemlich das Beste an dem Film: Resopal funktioniert beim Pfählen nicht.
„Vamp“ ist wirklich an der Schwelle zum Schmerzhaften. Er weiß nicht, was er sein will: eine witzige Studentenkomödie oder ein Horrorfilm. So ist er am Ende beides nicht. Dafür die Umsetzung eines müden Drehbuches mit uninteressanten Schauspielern. Grace Jones ist eine Enttäuschung (wie bei Bond und Conan). So kann der Film im Prinzip keinen empfohlen werden. Nur 3 von 8 Punkten.