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Um in eine Studentenverbindung aufgenommen zu werden, wollen Keith und A.J. von ihren letzten Kröten eine Stripperin engagieren und so besuchen sie zusammen mit der Nervensäge Duncan, einem wohlhabenden Sponsorkommilitonen, den "After Dark Club". Da könnte es schon bei einigen klingeln und Robert Rodriguez' "From Dusk Till Dawn" in den Kopf kommen, zumal sich die zweite Hälfte dieses B-Movies tatsächlich ähnlich, wenn auch nicht annähernd so spektakulär entwickelt. Angesichts des Nacktbarszenarios, das sich in einen Vampirfilm verwandelt, liegt der Vergleich zwar nahe, doch das Flair ist mit viel 80er Wave, Neonbeleuchtung und den schäbigen Darstellern eher auf dem Niveau von Al Bundys Lieblingsetablissement. Zweifellos verschreibt sich dieser Vorläufer der Horrokomödie, die nicht immer temporeich daherkommt und neben den unbeleckten Darstellern mit Grace Jones als strippendem Vampir glänzen will, ihr Bühnenauftritt ist regelrecht furchtbar. Frappierend ähnlich sind dagegen die Masken der Vampire bei ihrer Verwandlung zu dem ungleich bekannteren Werk aus Quentin Tarantinos Feder, ansonsten versucht der letzte Überlebende der Studenten reichlich hakelig und von lahmenden Stripszenen umgeben, seinem Schicksal, ausgesaugt zu werden, zu entkommen. Nun gut, dies ist alles offensichtlich mit Low Budget gedreht und so überrascht höchstens die gesellschaftliche Funktion, nämlich die Eliminierung störender Elemente, die den Vampiren zugesprochen wird. Solche kleinen Schmunzler können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Actionszenen lahmen, auch wenn der Molotowcocktail aus Brandy lichterloh brennt. Das Wortspiel Vamp ist ein Überbleibsel aus den 80er Jahren, als New Wave und Gothic mit einer schrägen, doch seelenlosen Verbindung von Erotik und Blutgier verbunden wurde, wobei dieser Film keine sonderlichen Blutszenen aufweist. In der Hinsicht bietet der spätere "Bordello Of Blood" etwas mehr, während man hier lieber einige Jungdarsteller, die auch nicht so recht wissen, warum, durch Häuser und Abwässerkanäle jagt. Ob wegen Vampiren, Zombies oder sonst welchen Dämonen bleibt eigentlich austauschbar, nicht selten schliddert das haarscharf am unfreiwilligen Trash neben den freiwilligen Gags vorbei. Nach seinem Kurzfilm "Dracula Bites the Big Apple" versucht es Regisseur Richard Wenk erneut, seine Blutsauger in das moderne Amerika zu verfrachten, ein Mann wohl bemerkt, der alle Jubeljahre einen belanglosen Film auswirft. Grace Jones in ihrem Metallspiralenbikini ist einen verstohlenen Blick für diejenigen wert, die sich bereits zuvor schon nicht von ihrem Auftritt als Amazone in "Conan Der Zerstörer" abschrecken liessen. Das waren die 80er und die kommen so hoffentlich nicht wieder.

Fazit: Hier klaut der Tarantino also auch und das von einer schäbigen Vampirkomödie. 4/10 Punkten

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