kurz angerissen*
Man mag das Endresultat als fahrig betrachten, zumal das 80er-Gras sich aus heutiger Sicht wuchernd über den Film legt, aber „Vamp“ ist dennoch immerhin so etwas wie eine Blaupause für „From Dusk Till Dawn“. Ein Vampirnest, das unbemerkt einen Club betreibt, indem es die Anonymität und den Schatten des einzelgängerischen Nachtlebens nutzt, ist in diesem Fall sicherlich auch eine Anspielung auf den 80s-Neon-Lifestyle, wo Tarantino und Rodriguez den Raum später ganz anders für eine obskure Grenzlandkuriosität nutzen würden und praktisch so etwas wie eine fleischfressende Pflanze mitten in der Wüste abbildeten, an der jede Nacht mal ein einsames Insekt vorbeiwandern würde.
„Vamp“ hingegen spielt in Greifnähe zum Puls der Zeit, verlegt seine Handlung aber dennoch in dessen tiefste Winkel, wählt Spelunken, Hinterhöfe und einen düsteren Stripschuppen zu den Schauplätzen.
Während die Figurenexposition weniger gelungen ist und wie zeitgenössischer Teen-Klamauk anmutet, verlegt Richard Wenk alle Stärken auf die Inszenierung von Hauptattraktion Grace Jones. Sie absolviert eigentlich nicht viel mehr als einen besseren Cameo, bestimmt mit ihrer Präsenz aber dennoch den gesamten Film. Die Stripszene zu Anfang reicht aus, damit man über die gesamte Restzeit Phantombilder vor Augen hat. Das Hauptaugenmerk wird auf Mystik und Exotik gelegt, allerdings verzichtet man typisch für die Zeit auch nicht auf die fratzenhafte Entlarvung der wahren Gestalt, was zu Fright-Night’scher Maskenbildnerei führt. Dieser hatte letztlich auch die bei weitem intensivere Suspense-Leistung zu bieten;“ Vamp“ wirkt in dieser Hinsicht manchmal etwas lasch. Die Schlüsselbilder machen ihn aber auch heute noch sehenswert.
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