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Nach dem Erfolg von Tarantula (1955) beauftragte Universal Regisseur Jack Arnold und Drehbuchautor Robert M. Fresco an einem weiteren Film zu arbeiten. Zusammen kamen sie auf die Idee zu The Monolith Monster bei uns bekannt als Das Geheimnis der steinernen Monster. Aus unbekannten Gründen, war es dann aber John Sherwood, der ihn abdrehte. Vorher hatte er schon den dritten Teil von Arnolds Creature from the Black Lagoon-Reihe umgesetzt.

In einer der ersten Szenen sehen wir, wie ein Meteor auf die Erde stürzt. Dabei handelt es sich um eine wiederverwertete Einstellung aus Arnolds Gefahr aus dem Weltall (1953). Der Meteor besteht aus einem ungewöhnlichen Gestein, welches bei Kontakt mit Wasser unkontrolliert wächst und Lebewesen das Silikat aus dem Körper saugt, wodurch sie versteinern. Der Geologe Ben und die kleine Ginny Simpson sind die ersten, aber nicht die letzten, die dem Weltraumbrocken zum Opfer fallen. Ginnys Lehrerin Cathy, Bens Kollege Dave Miller und der Reporter Martin Cochrane versuchen zunächst herauszufinden, was los ist und später, wie sie es aufhalten können, als ein Gewitter aufkommt und die Steine immer weiterwachsen, bis sie eine ernsthafte Bedrohung für die ganze Stadt darstellen.

Anders als der Titel glauben lässt, handelt es sich hierbei nicht um einen Monsterfilm. Zumindest nicht in erster Linie. Die Schreckgestallt mag auf den ersten Blick das leblose doch stetig wachsende Weltraumgestein sein, doch sieht man genauer hin ist das wahre Grauen, dass es für unsere Helden zu überwinden gilt, die Grenzen des eigenen Verstandes, im Angesicht einer unbekannten Bedrohung. Vom Genre her ist er generell nicht leicht zu verorten, da er zu einer Zeit entstand, als der Horror alter Schule (Frankenstein, Der Wolfsmensch etc.) seinen Abgesang lange hinter sich gebracht hatte. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die Welt eine neue Dimension des Grauens entdeckt und Universals einstige Ikonen verkamen zu Witzfiguren, die nur noch an der Seite der Komiker Abbott und Costello ihren Weg auf die Leinwand fanden. Bis in die Fünfziger hinein fristete der Horror zumindest in Hollywood ein Schattendasein, bis die ersten Regisseure auf die Idee kamen den Horror, getarnt im Mantel der Science-Fiction wieder auf die Leinwand zu bringen. Diese ersetzten die Monster durch Aliens oder radioaktive Mutanten und versuchten alles in einen „Hey, das könnte vielleicht wirklich passieren“-Rahmen zu verpacken. Auch The Monolith Monster fällt in diese Kategorie. Visuell profitiert er von starken Bildern, deren geschickte Beleuchtung die wachsenden Steine bedrohlich in Szene setzen und zu etwas werden lassen, dass aus der Welt eines H. P. Lovecraft stammen könnte. Es gibt nicht viele davon, doch sehenswert sind sie allemal.

Der Hauptanteil des Films ist eine Mischung aus Science-Fiction und Detektivgeschichte, wie Dave und Martin versuchen herauszufinden, was hinter den Toten steckt und wie man mit dem Wissen umgehen soll. In dieser Art wirkt der Film wie eine Vorlage für Robert Wises The Andromeda Strain – Tödlicher Staub aus dem All (1971), welcher sich ganz und gar dem Kampf einer Gruppe Wissenschaftler, gegen die unbekannte Bedrohung von den Sternen widmet. In dieser Hinsicht war der Film seiner Zeit sicherlich eine Neuheit. Wenn auch nicht perfekt, porträtiert er den grundsätzlich richtigen Ansatz, mit dem Unbekannten umzugehen. Ihm die Maske der Angst abzureisen und versuchen es zu verstehen, bis man es durchschauen und dagegen vorgehen kann. Und natürlich die Frage, wie man neu gewonnene Informationen verarbeiten soll. In dieser Hinsicht ist er auch gut geschrieben. Obwohl es Wise gelang allein mit diesem Konzept einen spannenden Film zu drehen, kann man Arnold, Fresco und Sherwood nicht vorwerfen einen Fehler gemacht zu haben, indem man riesige Monolithen anstatt kleinster Partikel einbaute. Trotz der ähnlichen Idee also ein starker Kontrast, da Andromeda seine Spannung im mikroskopisch Unsichtbaren sucht, während The Monolith Monster seinen Schrecken im Gigantismus zur Schau stellt. Diese Szenen haben einen deutlichen Mehrwert für den Film, da hier auch für das geringe Budget gute Effekte Verwendung fanden.

Leider scheinen die meisten Charaktere hier sehr blank und nichts sagend konzipiert. Einen weiteren Aspekt, den Andromeda besser machte. Grant Williams und Les Tremayne machen einen guten Eindruck als Dave und Martin und Linda Scheley als Ginny scheint sogar weitaus über dem Niveua zu liegen, dass damals für Kinderdarsteller galt, doch darüber hinaus gibt es keinerlei erwähnenswerte Leistungen. Lola Albright wird im letzten Drittel sogar regelrecht überflüssig, da sie sich nur um die versteinerte Ginny kümmert. Sicher eine noble Sache, doch wirklich wichtig ist ihre Rolle von da an nicht mehr. Wenigstens hat man sich nicht dazu berufen gefühlt, sie dann auch noch als Damsel in Distress oder Daves Loveinterest zu verheizen.

Mit nur 73 Minuten Laufzeit, ist Das Geheimnis der steinernen Monster ein recht kurzweiliger und anschauungswürdiger Genremix. Ein Happen leichter Kost mit der man mal sonst langweiligen Nachmittag füllen kann. Wem es jedoch nach etwas Deftigerem gelüstet würde ich eher The Andromeda Strain empfehlen, denn wie auch schon bei The Crawling Eye ist hier der Film interessanter, den andere aus dieser Idee geschaffen haben.

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