Was für ein Filmstoff: Wachsende Steine bedrohen die Menschheit. Den Streifen musste ich einfach sehen!
Obwohl die blödsinnige Grundidee mit einer Ernsthaftigkeit umgesetzt wurde, als handle es sich um ein seriöses Drama, macht The Monolith Monsters Spass. Wahrscheinlich gerade, weil der Ton so ernsthaft ist. Man fühlt sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, wo man im Klettergerüst des benachbarten Spielplatzes „Raumschiff Enterprise“ gespielt hatte, und alles war absolut echt.
Wie Gremlins reagieren die Steine auf Wasser: Dangerous when wet! Das kühle irdische Nass lässt die scheinbar harmlos in der Wüste herumliegenden Gesteinssplitter (es handelt sich um Meteoritenteile) zu wahren Gebirgen heranwachsen, welche dann irgendwan umstürzen, zerbersten und alles unter ihren Trümmern begraben. Aus den entstandenen Splittern wachsen sogleich neue Stein-Türme. Auf diese Weise „purzeln“ die wachsenden Steine auf die US-Kleinstadt San Antonio zu.
Dabei handelt es sich um das wahrscheinlich langsamste Film-Monster der Filmgeschichte – wenn man denn überhaupt von einem Monster sprechen kann. Die Retter haben jedenfalls reichlich Zeit, ein Gegenmittel zu finden. Während die Steine im Schneckentempo durch eine Schlucht auf das Städtchen zutrudeln. bleibt Musse für verschiedene Tests und Erörterungen.
Grant Williams, ein recht limitierter, aus anderen „Monster“-Filmen jener Zeit bekannter Schauspieler (Die unglaubliche Geschichte des Mister C.), führt den Retter-Trupp an. Anders als in Jack Arnolds oben erwähntem, berühmtem Film schrumpft er hier nicht zusammen, sondern wächst über sich hinaus. Salopp gesagt: In „Mr. C“ schrumpft Grant, hier hingegen wächst Granit. Monster-Filmer Jack Arnold hatte auch hier seine Finger drin, die hanebüchene Geschichte stammt nämlich von ihm.
Insgesamt ein amüsanter Ausflug in die paranoiden 50er-Jahre, wo im Kino sogar Steine als Bedrohung der Menschheit angesehen wurden. Der Filmtrick notabene ist das Beste an diesem Film – die Steine und ihr Wachsen wirkt erstaunlich wenig lachhaft.
Die Filmmusik klingt bisweilen etwas gar schräg und nervt immer mal wieder mit Holzhammer-Effekten, welche die Bemügung der Inszenierung um Zwischentöne gehörig unterlaufen. Sie stammt von Irving Gertz, Herman Stein und – überraschenderweise – Henry Mancini.