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Freunde, es ist Grillsaison und deshalb gibt es nun die Attacke der gigantischen Holzkohle aus dem All! Ok, die Holzkohle in Das Geheimnis des steinernen Monsters soll eigentlich Meteoritgestein sein, aber was solls? Es ist unglaublich, wie neben des Wettbewerbs um das größte und mächtigste Monster wohl auch um das uncoolste gestritten wird. Was haben wir alles über die Jahre gesehen? Frösche, Schnecken, Kaninchen… aber mal ehrlich, was kann uncooler sein als… Steine!?
Dieser Universal Monsterfilm unter der Regie von John Sherwood (Jack Arnold hat an der Story mitgearbeitet) ist aber trotzdem ganz genießbar. Dies liegt zum einen sicher an der Einzigartigkeit, denn wann sieht man schonmal ein Wüstenkaff unter der Bedrohung von Gesteinsbrocken, die nach Wasserkontakt in die Höhe wachsen, kippen, in tausend Teile zerbersten und sich dann in der neuen Position wieder emporrecken?

Man muß aber schon den Spaß an der Sache mitbringen oder einfach glauben, was einem hier aufgetischt wird. Die wahnwitzigen wissenschaftlichen Theorien finden ihren Höhepunkt wohl schon in der Verwechselbarkeit der englischen Begriffe Silicon (Silicium) und Silicone (Silikon). Ich habe keine Ahnung, was uns die Akademiker hier über die Flexibilität von Haut erzählen wollen, aber Fakt ist, einer der beiden Stoffe soll dafür verantwortlich sein und die bösen Monolithe entziehen es laut Das Geheimnis des steinernen Monsters aus allem, was sie berühren. Die Menschen werden zu Stein. Die Lösung ist wirklich zum Schreien.
Ansonsten bleibt es bei einer üblichen Konstellation. Wir haben einen jungen Dr. Dude und seine nicht angetraute Liebschaft, einen alten Professor, der bei der Lösung behilflich wird und damit es auch spannend ist ein Kind, welches in Lebensgefahr schwebt. Ich frage mich an dieser Stelle, ob ich jetzt auch noch mal darauf hinweisen muß, daß der Prof Flanders heißt und das kleine Mädchen Simpson. Ist das witzig?

Aber, um es mal auf den Punkt zu bringen, mit dem Bisschen, was Das Geheimnis des steinernen Monsters auffahren kann, wird es trotzdem recht spannend. Die Effekte sind nicht sehr abwechslungsreich, aber in den bei diesem Szenario ohne weiteres verwendbaren Miniaturaufnahmen durchaus auf ein paar Zerstörungen aus. Wirklich von der Versteinerung befallene Personen gibt es nicht sehr viele und diese zeichnen sich vornehmlich durch Körperstarre oder eine versteinerte Hand aus.
Im Prinzip macht John Sherwood aus Das Geheimnis des steinernen Monsters einen Katastrophenfilm der phantastischen Natur. Der Protagonist muß schließlich noch die Entscheidungen selber in die Hand nehmen, um das Ziel rechtzeitig zu erreichen. Mit ganz viel gutem Willen läßt sich daraus noch eine Vigilante-Einstellung herauslesen, die Stillstand und Zerstörung vermeiden will – oder gegen die monumentale, sowjetische Bedrohung. Ob das jetzt tatsächlich unter bestimmte Aspekte der McCarthy-Ära fällt ist möglicherweise gewagt wie die restliche Theorie dieses Films, spiegelt jedoch die zeitgenössische Stimmung wider.

Dieser B-Film eignet sich wohl doch eher für ein Publikum, welches sich an eben dieser herumpurzelnden Holzkohle ergötzen möchte. Vielleicht nimmt ja der ein oder andere sein Abspielgerät mit in den Garten und brät sich ein Leckerchen dazu. Es ist Grillsaison und Das Geheimnis des steinernen Monsters ist weder Fisch noch Fleisch, aber dafür filmhistorisch so Wurst, daß es nur zu perfekt mit an den Rost passt. Wer bei glühender Hitze einen wenig fordernden aber auch nicht extrem langweiligen Film benötigt, der kurios genug ist, um seine Aufmerksamkeit zu erregen, der ist hier richtig. Wohl bekomms.

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