Mehr als hollywoodsche Konfektionsware von der Stange hat „S.W.A.T.“ – Regisseur Clark Johnson auch mit seiner Auftragsarbeit „The Sentinel“ nicht hinbekommen. Zugegeben, das einfallslose Drehbuch von George Nolfi („Timeline“, „Ocean's Twelve“) macht es ihm auch schwer – dann doch lieber „In the Line of Fire“.
Michael Douglas („Basic Instinct“, „The Game“) gefällt sich gehetzt und allein gegen alle kämpfend bekanntlich immer und muss hier nun als altgedienter Secret Service – Agent Pete Garrison zusehen, dass er nicht unter die Räder kommt. Nicht nur, dass er eine heimliche Affäre mit der First Lady Sarah Ballentine (Kim Basinger, „L.A. Confidential“, „Cellular“) laufen hat, ihm werden auch noch von einem Informanten Beweise zugespielt, die ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten ankündigen. Blöd, dass schnell alle Hinweise auf ihn hindeuten. Da bleibt ihm nichts anderes übrig als stiften zugehen, seine Unschuld zu beweisen und der Angelegenheit auf eigene Faust auf den Grund zu gehen. So einfach trickst man ihn nicht aus.
Sonderlich innovativ gestaltet sich die Chose allerdings nicht und auch die Inszenierung sieht lediglich wie Dienst nach Vorschrift aus. Großartige Spannung will sich erst gar nicht einstellen und der Support-Cast wird gleich zur Ineffektivität verdammt.
Denn Kiefer Sutherland, der die Rolle des knurrigen Ermittlers David Breckinridge mit halber Jack Bauer – Routine unterfordert aus dem Ärmel schüttelt, und Eva Longoria („Harsh Times“) als Neuling an seiner Seite, die nicht mehr tun muss als gut auszusehen, dass dann aber auch gut hinbekommt, dürfen gar keine richtige Hatz veranstalten, um den potentiellen Attentäter zu schnappen. Selbst die kniffelige Situation nun gegen jemanden anzutreten, der alle Kniffe des Jobs und dazu noch beide persönlich kennt, bleibt ungenutzt. Auf eine genauere Figurenzeichnung verzichtet der Film aber ohnehin und presst seine bekannten Gesichter in die etablierten Stereotypen eines solchen Genrefilms.
Deswegen gibt der Film sich als lauwarme Schnitzeljagd aus, in dessen Verlauf Michael Douglas der Wahrheit natürlich immer näher kommt, bis er den Maulwurf endlich ausmacht. Dass die eigenen Leute sich nicht dazu überwinden können auf ihn zu schießen, vereinfacht natürlich die Sache ungemein.
Weder die Hintermänner des Attentats noch die Auflösung sind allerdings besonders überraschend oder gar brenzlig. Dies ist aber ein allgemeines Problem von „The Sentinel“, der seiner potentialbehafteten Ausgangslange nie die nötige Brisanz abringt.
Zum Finale wartet immerhin noch ein actionreiches Finale, das ungefähr so unrealistisch wie der gesamte Film daherkommt, dank ausführlicher Shootouts zwischen dem Secret Service und schwer bewaffneten Terroristen dann aber noch einmal einigermaßen Laune macht, bis sich abschließend alle Probleme in Wohlgefallen auflösen und ein jeder wieder zufrieden seiner Arbeit nachgehen kann. Friede, Freude, Eierkuchen.
Fazit:
Mehr als einen sehr durchschnittlichen Thriller, dem leider ein ums andere Mal die Ideen fehlen, um „The Sentinel“ wirklich zu einer hochspannenden Hatz gegen die Zeit zu entwickeln, sollte man als Zuschauer damit nicht erwarten. Die Darsteller agieren auch mehr routiniert als enthusiastisch und Johnsons Regie erweist sich trotz netter Spielereien (Splitscreen etc.) auch nur als standardisierte Inszenierung aus dem Handbuch. Kompletthalber brauchbar, aber kaum ein Film an den sich in ein paar Monaten noch einmal jemand erinnert.