Review

„Ghost Town“ mischt das Gruselkino mit dem Westerngenre zu einem passablen Stilmix zusammen.
Kate (Catherine Hickland) flieht an sich gerade von ihrer eigenen Hochzeit als ihr ein geheimnisvoller Reiter begegnet. Sie wird von dem Fremden entführt, ihr Auto geschrottet. Derweil macht Cop Langley (Franc Luz) Zielübungen in der Wüste und wird schließlich zur Suche nach der Verschwundenen beordert, als man das Autowrack findet. „Ghost Town“ trödelt wirklich nicht lange rum und steigt wirklich sehr direkt ins Geschehen ein, wobei die ausgiebigen Zielübungen gleich zu Beginn etwas Geballer bieten sollen.
Langley sieht den Reiter, der direkt auf ihn schießt und danach im Nichts verschwindet. Als dann sein Wagen von Geisterhand in Flammen auf geht, muss er durch die Wüste krauchen, wo er auf seltsame Dinge trifft, wie z.B. die lebende Leiche des Sheriffs Harper, der ihm seinen Sheriffstern in die Hand drückt. Langley sucht Unterschlupf für die Nacht in einem alten Schuppen und schläft ein. Bis dahin selbst die begriffsstutzigsten Zuschauer kapiert, dass hier das Übersinnliche am Werk ist, auch wenn die Geistererscheinungen zu schnell und ohne nachhaltige Wirkung abgespult werden.

Als Langley am nächsten Morgen erwacht, befindet er sich in einer ihm unbekannten Stadt, in der die seltsamen Erscheinungen zur Tagesordnung gehören. Schell steht er fest, dass es sich hierbei im wahrsten Sinne des Wortes um eine Geisterstadt handelt, denn die Einwohner sind Gespenster. Einer von ihnen ist auch der Reiter, der Kate entführt hat...
Der Gruselpart von „Ghost Town“ ist leider der weniger gelungene. Die Geister machen keine richtige Angst und der Zuschauer begreift eh die simpelste Wendung eher als der Held. Zum Beispiel merkt man ganz schnell, dass die Waffen von Langley den bösen Geistern nichts anhaben können, aber er versucht es damit trotzdem noch eine Weile, wobei man ihm die richtigen Mittel zu Altgeistentsorgung quasi unter die Nase hält. Aber immerhin gibt das Szenario dem Film einen netten Rahmen; es geht aber alles zu schnell. Eine vernünftige Vorgeschichte und eine effektivere Platzierung der Geistererscheinungen (statt des bloßen Abspulens) hätten den Film nicht nur länger gemacht, sondern auch die Spannung erhöht.
Hat sich Langley jedoch erst mal in der Geisterstadt orientiert, wird der Film fast zu einem klassischen Western. Der Gesetzeshüter muss sich allein gegen die fiesen Banditen stellen und bekommt nur wenig Unterstützung. Hier nur noch mit der Einschränkung, dass es sich bei allen außer Langley und Kate um Geister handelt. Dieser Part der Handlung wird an sich recht stimmig erzählt und hat ein ordentliches Tempo, nur die Spannung könnte höher sein. Dies liegt daran, dass „Ghost Town“ dem klassischen Westernrezept nichts mehr hinzufügt und die Geschichte nur nett gemacht, aber ohne große Innovationen erzählt.

Handwerklich ist der Film in Ordnung und die Effekte sind ganz nett. Vor allem die Maske des Zombiecowboys, der hier als Chefbösewicht auftritt, sieht sehr stimmig aus (die anderen Geister haben es im Gegenzug irgendwie ohne Verwesungsspuren geschafft und sehen menschlich aus). Etwas Action in Form von ganz netten Shoot-Outs im Westernstil gibt es auch; es sind aber nur wenige und recht kurze Schießereien, die aber ordentlich inszeniert daherkommen.
Franc Luz macht seine Sache ganz gut und ist relativ überzeugend, während auch Catherine Hickland OK spielt. Die Nebendarsteller kommen auch allesamt routiniert daher, wobei hier noch Jimmie F. Skaggs und Bruce Glover positiv herausstechen können.

Alles in allem ist „Ghost Town“ ein passabler Geisterwestern, der aber etwas mehr Spannung und eine bessere Story vertragen könnte.

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