THE FALL
- ein filmisches Zäpfchen, ein Abführmittel aus Zelluloid für alle Cineasten mit DurchFALL-Optik -
Schon die legendäre EAV sang in einem ihrer zahlreichen Hits:
Das ist ein Ba-Ba-Ba-Ba-Ba-Ba-BanküberFALL. Ein ÜberFALL also.
Genau solchen hat der indische Regisseur Tarsem Singh vor.
Und zwar einen optisch sowie akustischen um damit die eine oder andere Gehirn"CELL" des ahnungslosen Zuschauers außer Kraft zu setzen.
Die visuelle Brillianz der frühen EAV Musikvideos erreicht er dabei aber in keiner einzigen Szene.
Dabei versucht er zwanghaft einen filmischen EinFALL nach dem anderen über die Leinwand zu jagen, so als ob er seinen kreativen
AbFALLeimer (der da noch prallgefüllt von seinem Debut "THE CELL" im Atelier rumstand), wie ein Pfandflaschenjunkie durchwühlt hat.
So erntet er über die endlosen 120 Minuten den einen oder anderen BeiFALL der zahlreich anwesenden LSD-Konsumenten im Publikum, kann aber leider nicht darüber hinwegtäuschen das sein FALL vor allem eins ist: Ein absoluter ReinFALL für den bewusst nüchtern gebliebenen Cineasten.
Der ganz offensichtlich extrem selbstverliebte Filmemacher tut dabei nur einem einzigen einen GeFALLen: Und zwar sich selbst.
Jede einzelne Filmminute schreit dem hirndurchweichten Zuschauer förmlich ins Gesicht wie einzigartig sie ist und welch seltene Locations auf dem ganzen Globus aufgesucht werden mußte um diesen Frechdachs von einer Szene ins Zelluloid zu brennen.
Dabei ist Hernn Singh offentsichtlich entFALLen das man auch ab und zu ans Publikum denken sollte und nicht nur ständig an sich selbst.
Viele Einstellungen zeugen dabei von einer solch surrealen EinFALLslosigkeit das ich mir ständig ungläubig den Bartwuchs befingern mußte, nur um am Ende der Vorstellung festzustellen das ich mir selbst einen Dali-esken Schnurrbartzwirbler ins Gesicht gepflanzt hatte.
Die Szene die in einem verFALLenen Treppenhausgemäuer spielt hätte wahrscheinlich sogar den geistesgestörten Architekten M.C. Escher die Tränen in die Augen getrieben. Wer sich also traut kann Herrn Singhs zerFALLenes filmisches FUNhouse betreten, Lacher sind auf jeden FALL garantiert: Die Frage ist nur ob diese Lacher nervöser, beunruhigender, im Halse stecken bleibender Natur sind oder nur von reiner, ehrlicher Schadenfreude herrühren, wenn man einen vom Größenwahn beFALLenen Filmschaffenden dabei zusieht wie er sein komplettes Privatvermögen investiert und es dann, begleitet von allerlei Knall- und FALLeffekten, gnadenlos in den Sand setzt.
Letztendlich eine handwerklich ordentlich in Szene gesetzte Selbstbefriedigung eines Kunstegomanen und gleichzeitig nüchterne FALLstudie eines aufmerksamkeitsgeilen debil-defiziten Krawallkreativen.
Der Singh hat also sein Ding gemacht, sein Ding sozusagen im Alleingang durchgezogen. Doch in Wirklichkeit schwingt er sein Ding nur großkotzig hin und her, um damit jeden kleinen Regie-Nerd der da von der Filmhochschule kommen mag, zu zeigen das er zwei dicke, haarige, indische, papaya-förmige Eier hat. Und zwar keine surrealen Weicheier-Uhren wie dieser SalFALLdore Dali sondern fette, fellverhangene Dürer Klöten auf denen es sich ein beleibter Nürnberger Rammler bequem gemacht hat.
Das war`s dann auch schon von meiner Seite. Wir sehen uns bestimmt bald wieder inmitten einer visuellen 3-D Multigruppenkomplexorgie in einem Lifestylelichtspielhaus eurer Wahl. 2/10
Hochachtungsvoll,
Ihr Steffen Spülzwerg