In der Filmgeschichte treffen seit jeher Welten aufeinander. Sehr oft reiben diese Welten einaneinader, sie neigen dazu sich durch die eigene starke Kraft gegenseitig zu aufzuspalten, zu befruchten oder aber zu fusionieren. All das erzeugt meist eine große Spannung, die in einer ergiebigen Bildgewalt resumiert.
In "The Fall" wohnen wir 2 Weltverschränkungen/ -kollisionen bei, einerseits der einer leichtfertig an Seidene Fäden hängenden Erwachsenenwelt, mit der einer vor Lebensenergie und Entdeckungsdrang strotzenden Kinderwelt einer 5 Jährigen und anderseits sehen wir ganz deutlich die filmisch ungemein fantastatisch gelungenene Verschmelzung einer mystischen Welt, mit der erzählenden Realität.
Ausgehend vom Los Angeles des frühen 20 Jahrhunderts, schickt die Geschichte mich beim Betrachten mit leichter Hand tief in fantastische Szenarien, wie ich sie aus den Märchenfilmen meiner Kindheit her kenne. Mit nicht zu großem Aufwand, jedoch viel kreativer Energie und eben oft einfachen Mitteln, starken Konstümen und überzeugendem darstellerischem Spiel, öffnen sie gewissermaßen das Tor zu anderen Zeiten.
Wer mich ein bisschen kennt, weiß dass der fantastische Drift in andere Vorstellungen für mich nur dann für ungefährlich und nicht Realitätsverzerrend gehalten wird, wenn die Geschichte sich nicht aufs Romatisieren versteht und der Betrachter selbst aktiv die Bezüge zu aktuellen Realitätsumständen zu verknüpfen weiß. Nur so ergeben in meinen Augen Heldengeschichten auch wirklich Sinn und können gewissermaßen als Lehrbuch jedem einzelnen Dienen.
"Tarsem Singhs" zweiter großer Knaller, den er der dem Bewegtbilder geneigten Teil der Menschheit mit auf ihre Reise gibt, verfügt über eine, sich erst im Verlaufe der fortschreitenden Handlung langsam erkennbare gebende, Intension. Sie windet sich, natürlich in erzählerisch überhöhter Manier, um einen Dreh und Angelpunkt, der nicht weniger als die Richtung des Lebensweges zwischen Schatten und Licht bestimmt. Ein Punkt der in aberzähligen Momenten des Lebens verteilt auf viele kleine Punkte, einem jedem von uns immer wieder begegnet und aufsummiert am Ende des Lebens eine Rechnung mit uns begleichen wird. Dem der Schwierigkeiten haben wird sie zu begleichen, bezahlt dies letzlich mit Leiden, ganz realer psychischer Natur.
Daran und an noch einiges mehr erinnert "The Fall" auf eigenständige cinefantatischste Weise.