Review

Inhalt:

 Los Angeles, vor langer, langer Zeit. Stuntman Roy verunglückt schwer und liegt im Krankenhaus. Seine Geliebte lässt ihn daraufhin im Stich und die Hoffnung auf Genesung schwindet von Tag zu Tag. Von Liebesschmerz und Hoffnungslosigkeit geplagt, macht er Bekanntschaft mit der kleinen Alexandria. Er beginnt, dem Mädchen eine unglaubliche Geschichte über mythische Helden und deren Plan zum Sturz eines gefürchteten Despoten zu erzählen. Im Gegenzug verlangt er von Alexandria, dass sie mehr und mehr Morphium für ihn stiehlt, damit er eine tödliche Dosis einnehmen kann.

Kommentar:
 Die Arbeit an Tarsem Singhs zweitem Spielfilm dauerte vier Jahre und umfasst rund zwei Dutzend Schauplätze. Die Idee selbst reicht allerdings zurück ins Jahr 1981, als ein kleiner bulgarischer Film namens ‚Mein Freund, der Pirat‘ veröffentlicht wurde, der die Geschichte des zehnjährigen Leonid erzählt, der im Krankenhaus auf einen querschnittgelähmten Schauspieler trifft und mit ihm gemeinsam in kunterbunte Fantasiewelten eintaucht. Im weiten Sinne handelt es sich bei ‚The Fall‘ also um ein Remake des vielfach preisgekrönten bulgarischen Märchens.
 Während die Geschichte also nicht neu geschrieben wird, zeichnet Tarsem Singh sein Märchen in einer unglaublichen Bildgewalt. Er verwöhnt das Auge mit Dingen, die wir noch nie gesehen haben und auch nie wieder sehen werden. Jede Szene und jede Einstellung ist von purer Magie umhüllt. Genau hier liegt die Stärke von ‚The Fall‘, der zwar die Geschichte von Liebe und Verrat, vom Leben und Sterben, von Gut und Böse, von Schönheit und Niedertracht erzählt, vorallem aber eines sein will: Ein Bilderreigen von epochalem Ausmaß. Was Tarsem Singh zeigt, ist ein filmgewordenes Märchenbuch, im Herzen bitter wie ‚Pans Labyrinth‘, in der Gestaltung komplex wie David Mitchells ‚Der Wolkenatlas‘, der als ‚Cloud Atlas‘ ebenfalls eine großartige Verfilmung erfuhr, und visuell ein Zauberstück das seinesgleichen sucht.
 Die Geschichte dahinter ist beherzt und legt sich wie ein Mantel aus Poesie um das Gesamtwerk. Es geht um das Leben und den Wunsch zu sterben, es geht um Hingabe und Aufgabe, es geht um die zerstörende Kraft der Worte, und es geht um Glaube, Liebe und Hoffnung. Selten sind die Intentionen und der Hass eines verbitterten Menschen auf das vermeintlich sinnlose Leben derart dicht der Hoffnung, Liebe und Unverdorbenheit eines Kindes entgegengestellt worden. ‚The Fall‘ zeigt hier einen markanten Kontrast, und lässt schlussendlich die Unbescholtenheit und die Verbitterung im Kampf der Worte aufeinander los, verzichtet plötzlich auf die Imposanz der Bilder und verleiht seiner Aussage damit noch mehr Gehalt. Insoweit überzeugt ‚The Fall‘ auf ganzer Linie und lässt kaum Wünsche offen.

Fazit:
Ein visuelles Meisterwerk von magischer Brillanz.       

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