Review

Geschichtenerzählen will gelernt sein

„The Fall“ von Tarsem Singh ist ein unfassbar opulentes und wortwörtlich fantasievolles Abenteuerdrama mit sehr realistischen Wurzeln. Als ob „300“, „Baraka“ und „The Devil's Backbone“ ein ausschweifendes Baby bekommen hätten. International und irrational ansehnlich. Betörend, speziell, berauschend. Besonders wertvoll in jedem Fall! Erzählt wird von einem verletzten Stuntman in einem Krankenhaus im L.A. der 1920er, der ein kleines Mädchen kennenlernt und ihr von fünf epischen Männern auf heldenhafter und brutaler Reise erzählt - wobei Realität und Fiktion immer weiter verschwimmen…

Die Liga der imaginären Abenteurer

Für jeden Cinephilen und vor allem visuell empfindlichen Menschen ist „The Fall“ ein totaler Genuss. Man kann es nicht anders sagen. Mit einer sehr schön ineinander fließenden Erzählung, einer der süßeren Kinderdarstellerinnen überhaupt, einem sehr intimen, menschlichen Kern und feinen, cleveren Aussagen zum Kino und dem Erzählen selbst. All das ist schon klasse. Es ist beileibe nicht nur ein Augenorgasmus. Aber die Bilder und die träumerische Atmosphäre zwischen Pomp und Märchen, zwischen Bilderbuch und Comic, zwischen Heldenreise und Wahnsinn, Kunstausstellung und Herzensprojekt, ist das was „The Fall“ unsterblich macht. Schon sein „The Cell“ in Hollywood war aufwändig und vor allem visuell reizvoll, nicht nur wegen Jenny From The Block. Aber „The Fall“ toppt nahezu alles in diesem Bereich. Jedes Bild bereit für die Wand. Jeder Moment wie aus einem Traum. Jede Farbe fast von der Leinwand springend. Wenn je ein Werk die 4K-Behandlung wert war, dann dieses. „The Fall“ ist Kinomagie und jedes Mal wieder bezaubernd, magievoll und legendär hübsch.  

Fazit: visuell einer der aufregendsten Filme aller Zeiten. Erzählerisch mutig, emotional im Kern packend. Der beste Del Toro, den Del Toro nie gemacht hat?! „The Fall“ ist ein ambitioniertes Fantasyabenteuer der sensibelsten Weltkinosorte. Absolut augenöffnend! 

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