Review

Söldner der Sonne

In „Dogs of War“ wird ein Christopher Walken als eiskalter Söldner in ein armes westafrikanisches Land geschickt, um dort einen Putsch anzuleiern und den dortigen Diktator zu stürzen…

Zu schön für Camouflage

Man darf hier keine Italo-Söldner-Knalltüte erwarten. Und auch wenn sich „Dogs of War“ auf dem Papier für ein Double Feature mit „McBain“ anbietet, hat auch der viel mehr Schwung, Action und Elan. „Dogs of War“ kann vor allem mit den falschen Erwartungen spröde, öde und träge wirken. Mit zu wenig Schauwerte und Vorwärtsdrang, mit viel Theorie und wenig Praxis. Mich haben jedoch dennoch genug Dinge teils gut bei Laune gehalten. Natürlich Walken selbst, von dessen Aura und Lippen ich nie die Augen lassen kann, taucht er auf der Leinwand auf. Hier schultert er nahezu im Alleingang den ganzen Film und auch hier, ähnlich wie in „The Deer Hunter“, funktioniert er für mich prima. Zudem kommt die schwitzige und angespannte Stimmung, das Flimmern in der Luft in diesem Setting, hervorragend rüber, fast muss man ebenfalls Dampf ablassen oder Schweiß abtropfen. Etliche Bilder und Kamerawinkel sind ganz fein anzuschauen, von Kanonenhagel über pure Armut bis zu unschuldigen Sonnenuntergängen. Und von der sensationellen finalen Schlacht will ich gar nicht erst anfangen. Deswegen passt für meinen Geschmack „Dogs of War“ doch, trotz der ein oder anderen Dürrephase in der Mitte. Die dann aber über Putschplanung, Gesichtswahrung, „Papillon“- und „The Last King of Scotland“-Vibes, brutale Verhörungen (ich sage nur „Glas im Mund“) aufgehübscht wird. Kriegsfilmklassiker sehen insgesamt aber natürlich anders aus. 

Fazit: ein semiguter Söldnerklassiker aus Hollywood. Sachlich und doch unterhaltsam. Hochwertig und doch dreckig. Und Walken ist eh immer Eintritt wert. „Dogs of War“ ist jedoch absolut kein Spektakel. 

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