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Zum vorläufigen Aus der Shaw Brothers Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde rein filmographisch eher das Große Lachen und Verlachen, in Form verstärkt produzierter Komödien als Antwort auf die anhaltende Erfolge der damit triumphierenden Konkurrenz angesagt. Zu diesen zwecke ist die ebenfalls in der Gegenwart – auch ein präferiertes Muss der Kinogänger damaliger Zeit – angesiedelte Distribution Let's Have a Baby genau auf das Milieu der Baby Boom Ära hin initialisiert, schwankt dort allerdings unsicher zwischen Albernheit mit ernster Thematik und verschiedenen Ebenen von Realität und Phantasie beinahe minütlich hin und her. Fraglich im Wesen und trotz Komodienexperte Alfred Cheung als Autor oft alles Andere als amüsant, auch wenn die Unberechenbarkeit in Ton und Bild zumindest öfters den Weg der zu simplen Durchschnittlichkeit verlässt. Ein Aggressionsbringer in unruhigen Zeiten:

Die seit sieben Jahren miteinander verheirateten Peter Mui Te-sang [ Alex Man ] und Yuan Kwun [ Pat Ha ] wollten anfangs so überhaupt keinen Nachwuchs in die Kleinfamilie bringen, erkennen nun aber umso mehr ihren Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Trotz eifrigster Versuche gelingt den beiden Universitätsangestellten allerdings keine Befruchtung, was sie durch ihren befreundeten Dr. Charlie Cho [ Charlie Cho ], einem Gynäkologen, auf die entscheidende Lösung weist. Da sie zwar empfangsbereit, er aber nicht zeugungsfähig ist, entscheiden sie sich für eine Künstliche Insemination, wozu sie alleine in eine Spezielle Klinik in Hawaii fliegt. Mit der Schmähung seiner Manneskraft und der Idee eines sozusagen fremden Kindes ist Peter, auch angestachelt durch versteckte Hinweise seines Vaters [ Yip Ha-lei ] und der Schwiegermutter [ Tanny Tien Ni ] umso weniger begeistert, je näher der Geburtstermin rückt. Zudem hat Yuans plötzlich wieder aufgetauchter Cousin Dr. Wai Siao Bao [ Poon Jan-wai ] ein ihm unheimlich vorkommendes nahes Verhältnis zu ihr, und könnte sich aufgrund seiner Tätigkeit als ebenfalls Gynäkologe in zufällig genau der gleichen amerikanischen Klinik in seinen Gedanken auch als heimlicher Spender entpuppen. Peter, missliebigen Ideen nun nicht mehr müde, arrangiert kleinere Unfälle im Haushalt und dann auch die Gauner Chor Liao Xiang [ Fung Ging-man ] und Brother Gu Long [ Tang Yuk-wing ], um sein doppelt gewordenes Problem auszuschalten.

Unschwer zu sehen, dass gerade schon in der Namensvielfalt bereits der Schalk und auch die Metapher, die Metaebene des ansonsten überaus oberflächlichen, noch nicht einmal sonderlich lustigen Lustspieles sitzen soll. So werden gleich mehrere Gestalten und Autoren klassischer Wuxia innerhalb des ansonsten urbanen und auf modern gehaltenen Geschehens injiziert, wobei die Verweise selbst der Umgebung der Muis nicht entgehen und so desöfteren erneut zitiert werden. Auch die Referenz auf das sonstige Schaffen von Regisseur Chu Yuan, der mit genauso diesen Verfilmungen seinen bis heute bewährten Ruf erlangt und im Grunde auch durchaus verdient hat, sind seine Erwähnung wert. Ein zweites Eigenleben erhält der Film durch seine vermeintlich kreative Auszeit von Tagträumen und Wunschgedanken, wird erst nach und nach und da vielleicht auch noch sinnig, aber alsbald fast die Hälfte aller Eindrücke und Vorstellungen auch entsprechend visualisiert. So sieht sich die Figur des Peter Mui zu Beginn des Geschehens als Vater, bald auch als selbst Schwangere und gar Baby, erschießt später als Gangster und Soldat den vermeintlichen Nebenbuhler, in mehrerlei blutigen Varianten selbst. Auch die Mordattacken auf seine schwangere Frau werden entsprechend imaginiert, was auf Dauer nicht nur das Gefühl der Geschmacksneutralität, sondern auch das Holprige einer losen Sammlung von sekundenkurzen Sketchen auslöst.

Ob Witze über heimlich verursachte Abtreibungen oder der Genuss am schmerzhaften Ableben vor dem Erschießungskommando nun so sehr die Heiterkeit oder eher die Verleumdung dieser bewirken, ist dabei noch nicht einmal das eigentliche Problem. Die Aussetzer in eine zweite Welt, die der von Einbildungskraft und Blendwerk tragen die sonstig nur an ein, zwei Stätten spielende Handlung zumindest zu weiteren, wenn auch nur aus Gaukelbilder bestehenden Örtlichkeiten und so wenigstens von der Ausstattung her auch in den Einfallsreichtum, wenn auch den der Aufregungszustände hinaus. So bleibt es zwar im Grunde närrisch und durch das hohe Tempo mit inhaltlichen Nichts auch hektisch bis schon anstrengend infantil, bringt aber immerhin ein Gemeinschaftsgefühl samt vielen Mienen und Gebärden und Affekten in das ansonsten eigentlich Intime eines recht trockenen Ehepaares innerhalb vier Wände (zwischen Tollhaus, Zankstube und Kreißsaal) ins Spiel.

Dabei hat auch die Besetzung dieses sich erst liebenden, dann vermehrt verkrampften und alsbald miteinander recht chargierenden Paares als die alles vorherrschenden Hauptfiguren im achso Trauten Heim wenig zu einer lockeren Stimmung beizutragen. Weder Pat Ha noch vor allem Alex Man sind als die großen Komödianten bekannt und beliebt, was bei der Ersteren in ihrer Rolle weniger belastend, bei Ihm als Zuträger des gewollten Slapsticks allerdings verheerend auffällt. Außer Augenrollen, wilden Grimassen, und entweder Aus- oder Zusammenbrüchen, also eher dramatischen Aspekten kommt da nicht viel, was Sympathie oder den Anschein von Lebens- und Spielfreude verbreiten kann.

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