Vor ein paar Jahren ging der Daywalker alias Wesley Snipes in "Blade" zum ersten Mal auf Vampirjagd. Allerdings wurde das Ganze in Hollywood produziert. "Versus" erscheint teilweise wie der asiatische Part dazu, auch wenn er um Einiges besser, rasanter und atemberaubender ist. Mich hat ja "Blade" schon beeindruckt, aber "Versus" lässt dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen, ein Kampf folgt dem nächsten, sei es mit Schwertern, mit irgendwelchen Schusswaffen oder auch manchmal einfach nur mit den Händen. Trotz der hohen Anzahl an Schlachten und Kämpfen, den Verantwortlichen ging nie der Einfallsreichtum, die Kreativität und die Innovationen aus, sie legen dem Zuschauer andauernd Kameraeinstellungen, Schnitte oder Musikunterlegungen vor, aufgrund derer er gar nichts Anderes machen kann als einfach nur zu staunen und begeistert zu sein.
Denn "Versus" regt wirklich zur Begeisterung an, schon die ersten Sekunden zeigen das, was einem die nächsten knapp 2 Stunden bevorstehen wird. Und anders als viele andere Filme hält "Versus" auch das, was er verspricht und die Eingangssequenz ist nur der Anfang von allem. Wer sich also schon am ersten Kampf ergötzen kann (das muss eigentlich jeder), der kann sich schon auf ein Machwerk freuen, das in Sachen Kampfkunst und Vielfältigkeit der Kämpfe auch Hollywoodproduktionen wie "Blade" oder "Matrix" in den Schatten stellt. Diese Meinung ist keinesfalls übertrieben und mit dieser stehe ich auch sicher nicht alleine da.
Zu den furiosen, atemberaubenden Kämpfen, die mit solcher Genialität und Schnelligkeit choreographiert sind, das es ein wirklicher Genuss ist, gesellt sich noch die weitere Machart sowie die Story des Films. Letztere ist nämlich eine gute Mischung aus "Braindead", "Reservoir Dogs" und auch "Tanz der Teufel". Ich finde aber, eine Story, die sich aus ebengenannten Filmen größtenteils zusammensetzt, muss keinesfalls zum Selbstläufer werden. Daher ist es unangebracht, dem Regisseur fehlenden Einfallsreichtum vorzuwerfen, denn es gehört auch einiges dazu, aus den Filmen überhaupt ein gelungenes Werk zu schaffen. Und das ist dem Regisseur mehr als nur gelungen, er bombardiert den nichtsahnenden Zuschauer geradezu mit blutigen Gewalteinlagen, überragender Optik und Kämpfen, wie man sie noch nie gesehen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich auch nicht, dass "Versus" übertrieben lang geraten ist, es wird zwar kaum was geredet, aber aufgrund des großen Anteils der Mystik, die sich vor allem in der zweiten Hälfte des Films offenbart, geht die Lauflänge vollkommen in Ordnung. Er wird durch die Mystik und den dazugehörigen Musikunterlegungen richtig episch, auch wenn die Story noch so simpel ist.
Alles beginnt, wie oben schon erwähnt, mit einem von vielen Kämpfen. Man sieht einen Mann, der gerade mit einem Schwert ein paar Zombies auseinandernimmt. Das alles geschieht im "Wald der Wiederauferstehung", in dem sich das 444. von insgesamt 666 Portalen in die dunkle Welt befindet. Dann kommt die Titelsequenz. Nach dieser bekommt man 2 Männer zu sehen, die in Gefängnisklamotten wild durch den Wald rennen und bald auf ein paar andere Männer treffen. Bei diesen handelt es sich eigentlich um die Leute, die den beiden Gefangenen zur Flucht aus dem Knast verholfen haben und gerade noch auf ihren Boss warten. Sie sind den Gefangenen aber unbekannt, zumal sie auch noch ein Mädchen als Geisel genommen haben. Die Situation eskaliert, einer der beiden Ausgebrochenen sowie ein paar der Männer werden getötet. Einer von diesen erwacht jedoch kurze Zeit später mysteriöserweise wieder zum Leben. Allerdings als Zombie. Als sie diesen dann auch zur Strecke gebracht haben, verschwindet der andere Geürmte samt dem Mädchen zurück in den Wald, wo sie aber bald nicht nur von weiteren Zombies überrascht werden, sondern auch von den noch lebenden Männern, die ihnen auch nach dem Leben trachten wollen. Als KSC2-303 (die Nummer des übriggebliebenen Gefangenen, seinen Namen erfahren wir während des Films nicht) fast alle Männer und Zombies getötet hat, steht ihm jedoch noch eine weitaus schwerere Aufgabe bevor: der Boss der Männer ist nämlich mittlerweile zur Stelle und dass der es ziemlich in sich hat, erfährt KSC2-303 bald. Der Kampf von Gut gegen Böse beginnt auf ein Neues.
Wie gesagt, "Versus" heizt dem Zuschauer mächtig ein, er geht mit einem solch atemberaubendem Tempo vor, dass der Zuschauer zunächst nicht weiß, um was es sich überhaupt handelt. Erst nach und nach erfährt er die Handlungsstränge immer genauer, aber erst zum Schluss weiß man endgültig, was die eigentliche Aussage des Ganzen ist. Die Schauspieler machen ihre Arbeit für solch einen Film phänomenal gut, man merkt ihnen richtig ihre Arroganz und Coolness an. Noch dazu kommen die vielen Sprüche, die auch ihren Teil zur absoluten Kurzweile beitragen.
Jeder, der wie ich die Möglichkeit hat, an die ungeschnittene DVD von KSS Films zu gelangen, sollte dies tun, ansonsten verpasst er einen der genialsten und wichtigsten Filme seit langem. Man sollte "Versus" um alles in der Welt gesehen hat, selten hat mich ein Genre-Mix so übezeugt. 10/10 Punkte