Review

Ein neuer Film ist auf dem Markt, der "Braindead" und "From Dusk Till Dawn" alt aussehen lässt. Eben genannte Filme gehören der Vergangenheit an.
Der Partyfilm und Gute-Laune-Macher der Gegenwart heißt "Versus".
Der neue Knaller aus Japan überzeugt mit wenig Handlung und 114 Minuten purer, unterhaltsam gestalteter, Gewalt, untermalt mit japanischem Hard-Rock.
Ein Schmaus für Augen und Ohren.

Auch wenn die Handlung, sofern man diese überhaupt als solche bezeichnen darf, recht
durchschaubar und banal ist wird der Film zu keiner Zeit langweilig. Im Gegenteil, er kommt sogar mit nur einer einzigen Location aus. Dem Wald der Wiederauferstehung.
Beginnend im Wald, als die Ausbrecher von der Yakuza aufgesammelt werden, bis zum großen Finale spielt sich jegliche Action im Dickicht des Waldes ab.
Lediglich die Anzahl der Akteure wird im Minutentakt dezimiert, denn schon gleich zu Beginn stehen sich der Hauptdarsteller und seine Widersacher, von Angesicht zu Angesicht, gegenüber.
Untermalt werden die Kampfszenen von feinstem Hardrock aus Fernost, der dem Ganzen ein noch cooleres Erscheinungsbild verleiht. Die Musik setzt immer dann aus, sobald eine spannungssteigernde Szene beginnt, bzw. eine der wenigen Szenen in denen nicht zum Schießeisen gegriffen wird.
Einerseits ist die Musik notwendig um dem ohnehin schon lässig wirkenden Film einen, für ihn, charakteristischen Touch zu verleihen und andererseits um zu vermeiden, dass die Geräusche im Hintergrund nur aus hallenden Schüssen bestehen, denn solch ein Orchester an Schüssen würde selbst das abgehärteste Trommelfell nicht verkraften.
Einen kleinen Eindruck in die Kiste der Soundtechnik bekommt der Zuschauer am Anfang des Films, wenn der erste Yakuza mit einem Schuss ins Jenseits befördert wird.
Das durch den Knall entstehende Echo, hallt mindestens eine dreiviertel Minute durch den Wald. Auch wenn dieser Effekt nur mit einer geeigneten Anlage zur Geltung kommt, ist er große Klasse und man kann sich denken was wäre, hätte man jeden Schuss dermaßen abgemischt.
Jedoch ist klar, braucht jeder coole Film eine ebenso coole Mucke. Und die hat "Versus" allemal. Außerdem wird in "Versus" verdeutlicht, dass zum Coolsein nicht bedingungslos das Tragen einer Sonnenbrille notwendig ist. Dies wird in einer kleinen witzigen Szene verdeutlicht, die für Filme wie den beiden Matrix-Nachfolgern oder diversen anderen US-Produktionen ein knallharter Tritt in den hintern ist.

Zu den Darstellern muss an sich nicht viel erwähnt werden, denn wer nicht viel spricht und auch sonst mit nur wenigen Emotionen arbeiten muss, wie es in "Versus" der Fall ist, der unterscheidet sich recht wenig von seinen Kollegen.
Einzig anzumerken wäre, dass ein jeder, der im Film auftritt, mindestens eine Macke besitzt. Reif für die Einweisung in der Psychiatrie sind sie alle. Aber auch das ist ein wichtiges Charakteristikum für den Film. Denn der Film soll in erster Linie ja Spass machen. Und worüber kann man mehr lachen, als über durchgeknallte Psychopathen?

Schon recht schnell bemerkt der Betrachter, dass die Kampfszenen im Vordergrund stehen und die Handlung eigentlich nur eine Alibifunktion besitzt.
Da kommt es Einem schon beinahe lästig vor, wenn sich die Vertreter von Gut und Böse, welche sich, wie sich später herausstellen wird, nicht sehr voneinander unterscheiden, ein paar Minuten miteinander plaudern.
Der Film ist wie eine Droge. Hat man erstmal angefangen ihn zu genießen kommt man nicht mehr so leicht davon weg und man erwartet sehnsüchtig die nächste Keilerei.

Solche Filme, wie "Versus" machen Lust auf Mehr und man erwartet mit Sehnsucht die Fortsetzung.

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