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Arme Anna Faris – hätte sie damals die Rolle in „Scary Movie“ bloß nicht angenommen, jetzt ist sie auf den albernen Blondinenkäse abonniert, den sie, zugegeben, vom Timing her durchaus beachtlich drauf hat, aber man würde ihr trotzdem mal einen dankbareren Stoff gönnen.

Mit „Scary Movie 4“ ist die Serie endgültig im Hamsterlaufrad installiert, war der dritte Film schon ein Sketchsammlung, die aus gekreuzten Parodien von „Signs“ und „The Ring“ bestand, findet David Zucker auch für die dritte Fortsetzung wenig neue Ideen und reaktiviert leider nur die Formel, bekannte Filme so nachzustellen und vergröbert zu parodieren, daß man sie ohne Probleme wiedererkennt – was ihm natürlich die halbe Filmindustrie (Epic Movie, Superhero Movie....) sofort nachmacht, um das jeweilige Filmjahr für ein paar platte Gags zu verwursten. Von Originalität oder Ideen kaum die Spur – hier werden einfach wiedererkennbare Szenen dahingehend gecheckt, ob man irgendwo noch einen Joke platzieren kann.

Von einer Bearbeitung des Genres oder seiner Mechanismen (Airplane, Naked Gun, Top Secret und teilweise auch Hot Shots) ist weit und breit nichts mehr zu sehen, stattdessen entdecken wir nur altbekannte Sets und grobschlächtige Veränderungen in Richtung Sex-Gags und brutalen Slapstick, den man so sonst nur aus Zeichentrickfilmen kennt.

Gekreuzt wird im vierten Teil „Saw“, „The Grudge“ mit „Krieg der Welten“ und ein wenig „The Village“, wobei die einzelnen Vorlagen so mühsam aneinander geschweißt werden, daß es in allen Gelenken kracht. Daß das Grudge-Haus genau neben der Bude von Tom Cruise im Alienspektakel ist, macht so eine Kombination nicht origineller. Charlie Sheen hatte dann nach Teil 3 wohl auch keine Lust mehr (er hat jetzt einen besseren Job und ist wieder clean) und stirbt schon im Prolog, dafür übernimmt Craig Bierko (wer?) als Cruise-Lookalike, quält aber bei seinen Familienrettungsszenen mehr seine Kinder als daß seine Bemühungen was nützen. Trotz großer Bemühungen ist er aber ein zu beliebiges Gesicht, um punkten zu können. Gleichzeitig zappeln sich Faris und Regina Hill auf bewährte Weise einen ab, aber sie sind auch nur so gut wie ihr Material. Leslie Nielsen ist sich auch weiterhin nicht zu schade, die gesamte Alterwürde für eine grenzdebile (also fast realistische) Version von George W.Bush einzutauschen und mit diesen Versatzstücken füllt man dann mühsam 70 Minuten, bis die Luft auch schon flöten ist.
Besonders bizarr wirken dabei übrigens vollkommen witz- und sinnfreie Cameos von Michael Madsen und Bill Pullman, letzterem sieht man die Unlust über den Schwachsinn deutlich an.

Hier und da gibt es dennoch noch was zum Schmunzeln, vorzugsweise wenn die Macher mal aufhören, spezielle Filmszenen zu kopieren und stattdessen nette Sidegags im Vorbeigehen schreiben, die wirklich witzig sind, weil sie nicht breitgetreten werden.
Eine weitere Fortsetzung ist natürlich nie ausgeschlossen, aber eine Steigerung sollte niemand mehr erwarten, solange alles so zielgruppenhaft festgeschrieben ist, daß ständig ein paar schwule Schwarze noch ein paar Hoodgags einwerfen, damit auch jede Hautfarbe einen Grund hat, ins Kino zu wandern.

„Scary Movie 4“ ist nun wirklich nur noch vergröberter Stoff, weitmaschig, durchlässig und nur ein „Must-See“, bis die erste Vorstellung wieder daheim angekommen ist. For one week only. (3/10)

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