Review
von Leimbacher-Mario
Sexikone auf der Kultmilchstraße
Jane Fonda hat nicht nur zusammen mit Arnie für einen weltweiten Fitness-Boom gesorgt, sie war auch schon vorher ein absolutes Sexsymbol. Und da Sex & Sci-Fi in den 60ern beide Hochzeiten erlebten - warum nicht beides zusammen führen, Best Of Both Worlds sozusagen. Und so wurde die erotische Comicverfilmung zu einem wortwörtlichen Höhepunkt der swingin' Sixties, Fondas Heiligsprechung & dem psychedelischsten Space-Trip aller Zeiten. Ich will nicht wissen wie der Film auf Drogen wirkt, mir reicht er schon pur. Ebenso wenig will ich nicht wissen, was damals allein bei dem No-Gravity-Strip zu Beginn in den Köpfen & Kinos los war.
Die Story zusammen zu fassen, wird ihr weder gerecht noch erklärt dies irgendetwas. So viel sei gesagt: eine sexy Astronautin wird auf einen fremden Planeten geschickt, um den dort hin ausgewanderten Tyrann Durant-Durant daran zu hindern, eine tödliche, galaktische Waffe zu erschaffen. "Barbarella" ist so abgedreht & eigen - mir fällt kein vergleichbarer Film ein. Vorher erst recht nicht. Sex, Trash, Unsinn - und das mit einem nicht allzu geringen Budget. Und ganz viel Herzblut, Selbstbewusstsein & natürlich Körperflüssigkeiten. Und ich meine nicht die roten ;)
Außerdem machte der Film eine kleine, aber mit unendlich langem Namen ausgestattete waliser Gemeinde berühmt & auch der berühmte Modedesigner Paco Rabanne fand hier erste Berühmtheit durch ausgefallene Modedesigns. Und nicht nur die waren wegweisend, bahnbrechend - der ganze Film war seiner Zeit voraus, ob in Sachen Erotik, Trash oder Comicverfilmungen. An Einfluss & Kultstatus mangelt es hier sicher nicht, genauso wenig an überraschenden Ideen im Laufe der Mission. Von Rocksongs, Lavalampen, Videospielen, Popgruppen, Playboy-Covern, Stripperella oder Anstecknadeln - Barbarella ist nicht Teil der Popkultur, Barbarella ist voll & ganz Popkultur - und das wortwörtlich!
Warum verehre ich dieses geniale Schundwerk also nicht? Egal wie sexy, süß & cool Fonda bzw. Barbarella ist - Angst hatte ich um sie nie. Und auch um keinen anderen Charakter. Klar will man den Tyrann fallen sehen - aber Spannung wurde definitiv für mehr Trash, Humor & skurrile Charaktere geopfert. Man kann nicht alles haben, trotzdem hätte ich den Film gerne öfters ernst(er) genommen. Etwas zumindest. Dann wäre er sicher auch weniger ermüdend bis nervig gewesen - was nicht oft der Fall war, aber auch nicht verleugnet werden kann. Der Film ist ein Kind seiner Zeit bzw. der nach ihm folgenden Epoche - das sieht man ihm an, das hat antiquierten Charme. Außerdem gab es bei mir eher ein dauerhaftes Schmunzeln ohne Ausbrecher nach oben / echte Lacher.
Fazit: they don't make 'em sexy & campy like this anymore - Sci-Fi war selten abgedrehter oder sexuell aufgeladener!