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Basierend auf den gleichnamigen Comics von Jean-Claude Forest fand 1968 diese Verfilmung den Weg in die Kinos. Die Abenteuer der Titelheldin drehen sich um die Suche nach dem Wissenschaftler Durand-Durand und einer von ihm entwickelten Waffe. Und auf ihrem Weg begegnet sie allerlei illustren Dingen wie blauen Hasen, einem blinden Engel und mancher Sexyness. Denn der von Roger Vadim inszenierte Streifen geizt nicht mit Haut und der thematischen Auseinandersetzung mit futuristischem oder althergebrachtem Sex, wobei dies als Bestandteil der Geschichte auch der Entstehungszeit geschuldet ist.

Apropos Geschichte, diese ist ziemlich unvorhanden bzw. egal und verbindet nur die Stationen, an denen sich die interstellare Heldin aufhält. Immerhin sind diese mitunter hübsch designt, denn was dem Film an Inhalt fehlt, das versucht er mit seiner Präsentation auszugleichen. Das beginnt bei Barbarellas Raumschiff inklusive Plüsch sowie einem Gemälde von Georges Seurat im Hintergrund und setzt sich fort in allerlei futurisch gedachten Designs, Kulissen, Kostümen. Hier gibt sich „Barbarella“ spielerisch und poppig, will auch immer wieder etwas bieten von Killerpüppchen bis zu einer eigenen Interpretation des Wortes „durchorgeln“.
Die Story bleibt aber flach, manchmal auch inexistent, dennoch wird es ab und an witzig wie in dem dysfunktionalen Hauptquartier der Revoluzzer. Erzählerisch ist das Vadim aber alles ziemlich egal und schnell merkt man, dass hinter der ansehnlichen Fassade nichts ist. Auch bekommt man keinerlei Einblick in futuristische Funktionsweisen oder gesellschaftliche Strukturen. So bleibt der visuelle Aspekt das tragende Merkmal und in diesem wiederum Jane Fonda. Sich an ihr sattzusehen dürfte ziemlich unmöglich sein und ist ihr Anblick schon eine Sichtung des Films wert, so ist sie auch in ihrem charmant-naiven und lockeren Spiel einnehmend.

Ein paar kultige Einfälle finden sich hier durchaus, von der Namensgebung des Schurken bis zum Striptease in Schwerelosigkeit. In der Hauptrolle eine hinreißende Jane Fonda und dazu ein memorables Design, dennoch ist „Barbarella“ mehr ein Kuriosum denn wirklich ein guter Film. Zu nichtig ist die Erzählung, zu sehr liegt der Fokus auf seinem episodenhaften Hippie-Vibe. Sieht aber gut aus.

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