Review

Trotz der offensichtlichen Anlehnung an Tobe Hoopers „The Texas Chainsaw Massacre“ ist dem Musik Rob Zombie ein sehr unterhaltsamer und sehr kranker Beitrag im Bereich des Horrorfilms gelungen.


Zwei Pärchen ziehen durch das Land um einen Reiseführer zu schreiben. Als ihnen fast das Benzin ausgeht, landen sie bei Capt. Spaulding (Sid Haig), der nicht nur ein kurioses Geschäft betreibt, sondern im Haus noch eine Art Geisterbahn hat, in der er diverse Mörder und Kannibalen der Menschheitsgeschichte beschreibt. Die beiden Männer der Gruppe, richtige Freaks, nehmen die Einladung natürlich gerne an, die Frauen sind nicht wirklich begeistert. Dort erfahren sie auch etwas über die lokale Berümtheit des Ortes, Dr. Satan, ein verrückter Arzt, der an einem Baum hier in der Nähe hingerichtet worden sein soll. Spaulding zeichnet ihn den Weg auf, doch verfahren sie sich natürlich. Am Straßenrand nehmen sie Tramperin Baby (Sheri Moon) mit, die ihnen zeigen will, wo der Baum ist. Just in diesem Moment „platzt“ der Reifen, sie müssen von Babys Bruder abgeschleppt werden. Der Reifenplatzer war natürlich nicht zufällig, denn nun sind die vier „Gäste“ der Familie Firefly. Die ganze Sippe Firefly ist alles andere als normal und hat Spaß daran, Menschen zu killen...


„The Texas Chainsaw Massacre“ goes XTC. Anders kann man diesen Film von Rob Zombie wohl nicht beschreiben. Charaktere, die wirklich mehr als schräg sind, eine krude Farbenmischung zwischendurch, hinzu kommen brutale Szenen, die wirklich an „TMC“ erinnern.
Dennoch ist „House of 1000 Corpses“ alles andere als bierernst. Schon allein wegen Sid Haiden in der rolle des Captain Spaulding lohnt das einschalten. Egal ob im Intro der US-DVD oder im Film selber, Sid Haig macht Spaß.
Aber auch der Rest der Truppe ist alles andere als langweilig oder zahm. Auch hier sieht man deutliche Ähnlichkeiten zum Film von Tobe Hooper. Es gibt auch hier einen Großvater, der zwar nicht mehr halbtot ist, aber ebenfalls nicht gerade viele Finger krumm macht. Hinzu kommen nicht minder kranke Söhne und die Tochter Baby, gespielt von Rob Zombies Frau Sheri Moon.
Dagegen wirken die vier Besucher sehr steril. Sie landen in eine Welt von Psychopathen und werden erkenne, wie krank diese Familie Firefly doch ist, die anfangs noch recht nett aber weiterhin sehr weird ist. So entwickelt der Film sich dann zum echten Sicko, wenn die Familie Firefly mal richtig loslegt und einen nach dem anderen ins jenseits befördert.
Unterlegt werden diese Situationen mit passender Musik und einen Farbenrausch. Es gibt Rückblicke, die wie mit einer Handkamera aufgenommen scheinen, dann wieder Farbenflashs, dann ist Familie Firefly wieder bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, Menschen quälen.

Im Vorfeld sollte „House of 1000 Corpses“ ja der Goreknaller werden, alle Splatterfreaks waren wohl unendlich heiß auf diesen Film. Umso schöner müssen die Gesichter gewesen sein, als quasi kaum noch Gore im Film war. Ob dies nun an der amerikanischen Zensurbehörde MPAA lag oder an Rob Zombie selber, keine Ahnung. Jedenfalls belässt es Zombie auf ein paar Szenen. Zum Glück muss man sagen, denn so entwickelt „House of 1000 Corpses“ sich nicht zum hirnlosen Splatterfilm, sondern lebt mehr von seiner kranken Atmosphäre durch die Beteiligten und seiner interessanten Optik. Und ja, das Rätsel um Dr. Satan wird auch noch gelöst.


Fazit: „House of 1000 Corpses“ ist zwar keine Revolution des Kinofilms, dennoch ein sehr gelungener Beitrag. Auch wenn der eine oder andere Kritiker sagen wird, hat man alles schon gesehen in Hoopers „The Texas Chainsaw Massacre“, so gibt es hier dennoch einiges zu entdecken. Die wirklich sehr verstörende Optik, die Protagonisten der Familie Firefly, Sid Haig etc. etc. „House of 1000 Corpses“ macht Fun und sorgt dennoch für ein leicht flaues Gefühl im Magen, wenn man sich die Taten und Lebensweise der Familie Firefly anschaut. Wer Gore will, ist hier falsch, wer einen richtig abgedrehten und kranken Film sehen will, goldrichtig.

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