Eine Hollywood- Verfilmung über den wohl krassesten und bekanntesten Serienmörder unserer Geschichte. Jack The Ripper hat eine ganze Nation geschockt und viele Gerüchte kursierten um ihn herum, da er ja nie geschnappt wurde. Es hieß er käme aus dem Königshaus und hätte die Regierung hinter sich, ... die Morde hätten politische Gründe ... er sei ein übernatürliches Wesen ... usw.
Die Hughes- Brothers haben sich des Stoffes angenommen und mit Johnny Depp, der kurz zuvor in Tim Burtons Horrormärchen Sleepy Hollow mitgewirkt hat, in der Hauptrolle einen zwar schön düsteren, aber trotzdem eher mittelmäßigen Suspense- Horror- Thriller abgeliefert.
Über die Story muss ich hier ja wohl nicht viel sagen oder? Ein Mörder, der sich selbst gerne Jack the Ripper oder Jack der Schlitzer nennt, bringt Prostituierte auf äußerst perverse Weise um. Ein Polizist (Depp) soll die Morde aufklären, aber der Mörder scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein und bald wird klar, dass hinter den Morden mehr als nur ein sadistisches Werk stecken muss.
Wenn man den Hintergrund dieses Streifens betrachtet, dann muss man sagen, dass dieser Film genau das geworden ist, was er sein musste! Ein Film, bei dem Jack the Ripper etwas mit dem Königshaus zu tun hat und die Morde politische Gründe haben. Johnny Depp muss natürlich drogenabhängig sein und dadurch soeine Art spirituelle Verbindung mit Jack the Ripper haben. Um dem ganzen, dann noch soeine Art Realitätsverbindung zu geben, hat John Merrick (alias The Elephant Man) einen kleinen Gastauftritt in diesem Machwerk. Dessen Maske aber ziemlich puppenhaft daher kommt und deswegen ziemlich plump rüberkommt. An einigen Stellen haben die Hughes- Brothers doch schon ein wenig Stimmung eingebracht ein paar Szenen sind durch ein tiefes Bassgespiele unterlegt, sodass hier doch eine unheimliche Atmo ala David Lynch entsteht. Die Mordszenen sind dann auch sehr Suspense- mäßig gemacht, sind aber sehr schnell wieder vorbei und die Hoffnung auf eine halsbrecherische Verfolgungsjagd ist sehr schnell wieder verflogen. Das Drehbuch hat hier eindeutig eine sehr große Schwäche. Im Mittelteil wird dann auch sehr schnell klar, wer der Gesuchte ist und deswegen kommt im folgenden 2. Teil des Films auch keine Spannung mehr vor, der Film behält sein langsames Tempo bei und baut dadurch immer mehr ab. Selbst die Auflösung des Rätsels ist total klischeehaft gemacht und schockt kein bisschen. Das etwas surreale Ende interessiert da auch keinen mehr, sondern man wünscht sich einfach etwas Action. Diese kommt dann aber auch nur 10 Sekunden lang und der Zuschauer muss sich mit dem bisschen Suspense zufrieden geben, das der Film auch schon in der ersten Hälfte gebracht wurde. Ein weiterer Minuspunkt sind die Kulissen, denn man fühlt sich immer, wenn der Film in einem Gebäude ist, nicht ins 19. Jahrhundert versetzt. Hier hätte man auch echt mehr erwarten können.
Im Endeffekt kann man sagen, dass es schon ziemlich gut war den Film düster zu machen und Jack The Ripper dieses coole wohlhabende Outfit zu verpassen, aber das rettet den Film nicht vor dem schwachen Drehbuch. Den Schauspielern ist auch kein Vorwurf zu machen, da allesamt sich große Mühe ihren Rollen Leben einzuhauchen, obwohl ich mich nicht mit Johnny Depp als Inspektor anfreunden konnte, da er kurz zuvor in Sleepy Hollow auch schon einen Inspektor verkörpert hat. 5/10 Punkte für die Schauspieler (mein favorit hier war eindeutig Sir Ian Holm) und den düsteren Look.