London, Ende des 19. Jahrhunderts. In den düsteren Gassen des Rotlichtviertels treibt sich ein Ripper herum, die Polizei, allen voran Inspector Abberline (Johnny Depp), versucht dem Prostituiertenkiller auf die Spur zu kommen. Dabei gerät Abberline, mithilfe von unkonventionellen Mitteln immer näher an eine große Verschwörung, die hinter den blutigen Ritualmorden steckt. Diese Jack the Ripper Verfilmung der Hughesbrüder glänzt vor allem mit einer prächtig düsteren und bisweilen romantisch anheimelnden Atmosphäre, in der die geschickt aufgebaute Story erzählt wird. So schälen sich die Verdachtsmomente erst nach und nach aus dem intelligenten Plot heraus, die Visionen des opiatabhängigen Inspectors tragen zur sehenswerten Unterhaltung ebenso bei, wie die chirurgisch geplanten Morde, welche in schönen Bildern und Kulissen eingefangen sind und zunehmend blutiger umgesetzt sind. Die Schauspieler lassen kaum Wünsche offen, wenngleich die Besetzung der beiden Hauptrollen fraglich ist. Mit der üblichen Lovestory muss man natürlich bei Johnny Depp und Heather Graham rechnen. Doch selbst da, wie auch insgesamt, erspart uns "From Hell" ein plattes Finale. Zusammen mit einem mitreißenden Soundtrack gelingt ein dunkles, schickes Gothic-Highlight, das aufgrund einiger kleiner Patzer und wenigen Längen Filmen wie "Bram Stokers Dracula" etwas hinterherhinkt. Trotzdem allemal für Genrefreunde sehenswert, für den lauen Winterabend sogar empfehlenswert, vorausgesetzt man erwartet keine adäquate, historische Umsetzung von Jack the Ripper, sondern ein schön anzuschauendes Gruselmärchen, das trotz langsamer Erzählweise immer wieder mit sehenswerten SFX versetzt ist.
Fazit: Es ist nicht alles Gold , was in Londons Armenvierteln glänzt, doch mit Drogenvisionen und Chirurgenstahl glänzt "From Hell" mehr als mittelhell. 7/10 Punkten