The Original Schlitzer
Comicverfilmung, Horrorthriller, Styleslasher, Dirnentheaterstück, Historienfilm, Mysterykrimi, Starvehikel… „From Hell“ hat einiges auf dem Kerbholz, versucht ein bisschen aus Johnny Depps erfolgreichem „Sleepy Hollow“ Jahre zuvor zu profitieren und erzählt stylischer denn je von den legendären und nie wirklich geklärten Gräueltaten Jack the Rippers - und den Versuchen eines verlotterten Inspectors diesem auf die teuflische Schliche zu kommen…
Londons lodernde Laune der Natur
„From Hell“ genieße ich bei jedem Sehen - und weiß schon wenige Tage später meistens nicht mehr genau, was das jetzt war, was da genau passiert ist und wie das Ganze denn wirklich aufgelöst wird. Und ich denke, das sollte schon sehr viel über „From Hell“ und seine Oberflächlichkeit aussagen. Oder über meine Fähigkeiten sich Wichtiges zu merken, aufzupassen oder mein siebähnliches Gedächtnis. Aber eher darüber, dass „From Hell“ brillant ausschaut, sehr sinnlich und blutüberströmt, sehr britisch und sexy, sehr comichaft und attraktiv - aber hinter dieser exzellenten und exzessiven Fassade vielleicht doch nicht ganz so viel (Schockierendes) steckt, wie der Film selbst meint oder gerne hätte. Ausstattung, überhöhtes London, Schlitzereien, Heather Graham, Depp im Detektivmodus? Alles hot hot hot! Aber die eigentlichen Figuren, die eigentliche Handlung, die fragwürdige Auflösung? Eher not not not. Trotzdem insgesamt ein mindestens mal äußerst stylisches Lustspiel zwischen Comicattributen und Hammer Studios-Tradition. Und das reicht für milde Begeisterungsstürme. Fast näher am Guilty Peasure als am echten Klassiker seiner Zunft. Aber das ist okay.
Fazit: Höllisch stylisch, verführerisch starbesetzt und mit ein paar interessanten Thesen versehen… Trotzdem eher Oberfläche als Inhalt, eher chic als voll im Knick, eher Stil und von allem etwas zu viel.