Die Inhaltsangabe hört sich doch recht interessant und spannend an - doch leider ist es das in keinster Weise. Alles scheitert an der dilettantischen Machart. Die Kameraführung und die Schnittechnik gehören mit zu dem schlechtesten, was man je gesehen hat. Der Kameramann muß wohl eine Sehschwäche gehabt haben, denn oft ist das Bild so an die Gesichter der Protagonisten rangezoomt, das sie den ganzen Bildschirm ausfüllen, bei einem Gespräch, wird dann halt immer zwischen den beiden Gesichtern hin- und hergeschnitten. Auch die Action, die sowieso Mangelware ist, wurde grausam zusammengefügt. z.B. als Nettles mitansehen muß wie eine Bar vor seinen Augen in die Luft gesprengt wird. Erst sieht man ihn, durch Lichtgebung und Kulissen eindeutig im Studio, dann Schnitt auf die billig wirkende Explosion und wieder zurück auf das verwirrte Gesicht des Polizisten - beide Szenen passen aber gar nicht richtig zusammen. Auch gibt es noch viele andere Sachen, die einen die Haare raufen lassen, aber zuviel, um es alles aufzuführen.
Nun ja, mag man sagen, als Seagal-Fan geht es einem doch sowie so nur um die Kämpfe und die Darstellung, wie dieser den Gegnern auf brutalste Art und Weise Gliedmaßen und Genick bricht - doch darauf muß man bei TICKER leider auch verzichten. Bis auf den Schluß, sitzt Seagal nur faul rum (so kommt es einem vor) oder schneidet farbige Drähte durch. Gegen Ende hat er dann endlich die Möglichkeit, mal zu zeigen was er kann, doch leider kann man dies als Zuschauer numehr erahnen denn in den entsprechenden Szenen ist es so dunkel das man nichts erkennt.
Vom Regisseur Albert Pyun ist man auch nicht besseres gewohnt - von ihm stammen Machwerke wie NEMESIS, CYBORG oder SWORD AND THE SORCERER, wobei man sagen muß, daß TICKER der bis jetzt beste Film von diesem Regisseur ist, denn gegen Ende gelingt es ihm dann doch noch irgendwie, ein wenig Spannung aufkommen zu lassen (wann man noch nicht abgeschaltet hat bzw. noch nicht schläft) - doch diese verfliegt dann genauso schnell wieder nach dem unspektakulären Ende des Films.
Insgesamt gesehen also unterdurchschnittliche Videotheken-Action. Wenigstens sind die Schauspieler sympathisch (finde ich zumindest), doch das rettet auch nicht viel. Als Fan von Seagal und Sizemore gibt es dafür jedoch noch ein Sympathiepunkt.
Mein Rating: 3/10