Review

Früher galt Brian Yuzna tatsächlich als Geheimtipp unter den Horrorregisseuren, fiel positiv durch eine lebendige und zugleich knallharte Inszenierung auf und lieferte immerhin sehenswerte Genrebeiträge wie „Return of the living dead 3“.
Doch der Mann hat offenbar längst sein Pulver verschossen, von einem spielfreudigen und geradlinig sauber inszenierten Werk ist er mittlerweile weit entfernt, wie „Beneath Still Waters“ leider sehr deutlich preisgibt.

Die Story wirkt im Zusammenhang arg bruchstückhaft und lässt kaum einen roten Faden erkennen, was hängen blieb, ist dies:
Vor vierzig Jahren brachte ein Satanist mit seinen Anhängern nur Unglück über die Einwohner eines nordspanischen Kaffs. Man handelte konsequent und ließ das Dorf einfach überfluten und einen Staudamm errichten. Doch in der Jetztzeit kehrt der Anführer zurück und rächt sich an allen, die sich in der Nähe des Wassers (oder darin) aufhalten, auf die Nachkommen des verantwortlichen Bürgermeisters von damals hat er es natürlich auch noch abgesehen.

Erinnert ein bisschen an „The Fog“, auch an „Ghost Lake“, ist aber im Endeffekt eine Ansammlung von Nichtigkeiten, die nur selten einen Sinn erkennen lassen.
Dabei bietet der Einstieg eine ansprechende Szenerie, wenn zwei Jungen in das Haus des Satanisten eindringen und dieser dummerweise befreit wird, bevor der Ort überflutet werden kann. Doch mit dem Wechsel zur Gegenwart häufen sich Klischees und Stereotypen und weil man sich nicht eindeutig für einen Helden entscheiden konnte, liefert man gleich drei: Einen Fotojournalisten, der zum Jubiläum des Staudamms ein paar brauchbare Unterwasseraufnahmen schießen möchte, eine Reporterin, - zufällig die Tochter des damaligen Bürgermeisters - und wiederum die Tochter der Reporterin, die zugleich mit Alpträumen und Visionen ihres verstorbenen Opas konfrontiert wird.

Leider kann man mit keiner der Hauptfiguren mitfiebern, zu häufig erfolgen Szenenwechsel, die überhaupt nicht aufeinander aufbauen, zu oft wird der Schauplatz gewechselt, um eine weitere Begebenheit einzuflechten, die dem Kern der Handlung hinderlich ist und irgendwann verliert man das Interesse am kompletten Geschehen, weil kein roter Faden erkennbar ist.

Da taucht einer im Wasser, um vom selbigen getötet zu werden (es fließt halt Blut, den Rest muss man sich denken), im Verlauf kehrt er als Zombie zurück, um eine Blondine, die permanent über die Zeit nach dem Tod philosophiert, zu beißen. Just in dieser Szene zieht sie natürlich komplett blank, obwohl das Wasser zuvor viel zu kalt war, na, vielen Dank für die nicht weiter bringende Nacktszene.
Der Staudammkontrolleur hat auch eine Funktion, erst hört er eine Frauenstimme, die zwar er (aber nicht der Zuschauer) zuordnen kann und später wird er von einem dünnen Latexmonster unter Wasser gedöppt.
Die jüngste Heldin muss babysitten, damit die Mutter der beiden Nesthocker von Ästen oder Ähnlichem eingewickelt wird (Schönen Gruß vom „Tanz der Teufel“) und der Satanist von damals taucht noch auf, standesgemäß mit schwarzer Limousine, um sich die junge Heldin zu holen.
Telepathische Kräfte hat dieser knarzige Alte natürlich auch, was er an dem mittlerweile erwachsenen Kind von damals präsentiert (damit der Betrachter ihn zuordnen kann, trägt er die dicke Brille von einst und hält ein Holzschwert in die Kamera), indem er ihn mit Handbewegungen durch die Luft schweben lässt. Gedanken kann er selbstverständlich ebenfalls manipulieren, aber zu Beginn ist er nicht imstande, eine lächerlich dünne Fessel zu lösen, - so ein Fachidiot.

So wechselt die Handlung von einem zum anderen, aber wirklich erschreckt wird man zu keiner Zeit. Die angedeuteten Schockeffekte kommen mit Vorankündigung und das, was in der deutschen Fassung nicht herausgeschnitten wurde, sind vordergründige FX, wenn auch nicht schlecht gemacht. So erspäht man während einer Szene einen Cop, der sich selbst zersägt, aber wer das ist und warum der das macht, will mir nicht einleuchten, - wie so viele Begebenheiten dieses Streifens.

Ob da nun die Dorfbewohner beim Fest zum 40jährigen Bestehen des Staudamms eine wilde Orgie feiern, ein Cop-Taucher im Wasser zerfetzt wird oder die fadenscheinig plakative Erklärung für das Ganze einen Zusammenhang mit Aleister Crowley aufweisen soll, mit Pentagramm, Magiebuch und dem kompletten Klischeefirlefanz.
Irgendwann ist dem Betrachter alles egal, weil letztlich keiner der Darsteller etwas herausreißt, der Score nur okay ist und eben zu keiner Zeit ein Mitfiebern gegeben ist.

Was bleibt, sind ansprechende Einstiegsminuten und ab und an taugliche Szenen, die für sich betrachtet ganz ordentlich ausgestattet wurden, dem Zusammenhang von Story allerdings zu keiner Zeit dienlich sind.
Ein fahriges Werk, bei dem der Zuschauer recht schnell in Langeweile verfällt und froh sein kann, wenn er neben sich auf dem Sofa jemanden zum Reden liegen hat.
3 von 10

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