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Spanien, 1965: Zwei Jungen entdecken in der spanischen Kleinstadt Marinbad das Böse. Nur einer kann entkommen, der andere Junge wird zum Opfer. Kurze Zeit später wird die Kleinstadt überflutet. 40 Jahre später kehrt das Grauen zurück: Ein spanisches Dörfchen, Debaria, am See erbaut, erlangt an schrecklicher Berühmtheit wegen einiger mysteriöser Todesfälle. Eine Reporterin und ein Photograph beginnen zu ermitteln.

Brian Yuznas bisher vorletztes Werk ist nun auch schon über 10 Jahre her, da muß man doch die Frage stellen, ob er sich inzwischen aufs Altenteil zurück gezogen hat, oder ihm so allmählich der Ideenmotor absäuft. Beneath still Waters jedenfalls ist längst nicht mehr die Qualität, die man von ihm ansonsten fast immer gewohnt war, sondern ein ziemliches Kuddelmuddel aus Ideen, die zwar angesprochen, aber nie so richtig konsequent ausgeführt werden. Hier geht es um zwei spanische Dörfer, eines das vor vierzig Jahren für den Bau eines Staudamms geflutet wurde und das neue, das man anschließend frisch neben den so entstandenen Stausee gepflanzt hat.
Im U-Boot Dorf herrschte einst ein böser Kult um den Sektenführer Malacai Salas, dessen Anführer im Intro kurz vor der Überflutung von zwei spielenden Jungen befreit wird. Was das Ganze mit dem Damm, den Kids und der Tatsache, daß ausgerechnet nach 40 Jahren die Wasserleichen nach Rache und Vendetta schreien klärt sich zwar im Laufe der Zeit, aber die Erzählweise ist doch sehr sperrig ausgefallen. Zudem ist die erste Hälfte ziemlich lau, was Action oder Kills angeht, so blickt man 45 Minuten kaum worum es geht und visuelles Futter wird auch nicht geboten. Zudem bekommt ständig jemand alle paar Minuten einen Albtraum oder sonstige Visionen die mehr verwirren als klären. Das hast du schon besser hinbekommen Brian.
Zudem sind auch die Charaktere ein ziemlicher Schwachpunkt. Das der Polizeichef und der Bürgermeister üble Antagonisten-Klischees kennt man ja als Horrorfan zur Genüge, aber das auch die Heldenfraktion aus absoluten Blassnasen besteht, ist doch ein wenig bedauerlich. Diese Position wurde gleich dreifach vergeben und so wirklich kristallisiert sich aus den Kandidaten Unterwasserfotograf, Tochter des jüngst verstorbenen Bürgermeisters (der hier noch zur wichtigen Rolle wird), oder dessen Enkelin Klara, niemand so wirklich heraus, der einfach das Sagen hat.
Punkten kann der Film aber immerhin von seinen unheimlichen Unterwasseraufnahmen des versunkenen Kaffs, auch die Tiefseezombies haben ein gutes Make-Up erwischt, was aber auch sonst für die Effekte gilt. Die rote Altersfreigabebebber ist jedenfalls gut angebracht, ohne das man das alles zu Splatter-Orgie macht. Das Finale hätte man aber dafür aber gerne wieder etwas spektakulärer ausfallen können, denn der Tall Man, äh, meine der Malachai, läßt sich doch durch Buchverbrennung etwas zu easy ins maritime Nirvana schicken. Jedenfalls stimmt insgesamt doch das alte Sprichwort, das tiefe Wasser still sind und still reiht sich auch der Film irgendwo in den hinteren Regalen der Videotheken ein.
5/10

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