Was haben Inzucht, Gicht und übelste Dünnschiss gemeinsam ? Ja genau : Alle drei Faktoren müssen bei dem Debakel "Die Bademeister" von Regisseur Martin Walz eine große Rolle gespielt haben. Wie man aus einem grottenschlechten Drehbuch einen noch schlimmeren Film drehen kann, macht Walzi-Boy vor:
Paul (Bully Herbig) und Böller (Hilmi Sözer), zwei Looser und Stammgäste des örtlichen Stadtbades haben einen gemeinsamen Traum: Sie wollen Bademeister werden. Als mal wieder Prüfungen anstehen, nehmen die beiden Schwuletten dort teil und werden durch "äußere Manipulierungen" (denn keiner von ihnen bekommt den Dreieck-Stein ins Dreieckloch rein ohne Zivi) auserwählt, für auf Sylt like Hasselhoff den Baywatch-Strandcop zu mimen. Dort hampeln sie vor sich hin und bemerken, dass es gar nicht so "tittig" ist, wie die beiden es sich vorgestellt haben. Doch ein Mode-Zar wird schließlich auf sie aufmerksam und erkennt das Prollo-Outfit von Paul und Böller als den letzten Schrei an.
Und so weiter, bla, bla, blubb... Eh egal, was das Drehbuch dem Zuschauer vermitteln will.
Michael "Bully" Herbig, dessen spätere Filme in mir auch keine wahren Begeisterungsstürme ausriefen ( Are you Gay on Space ?) und Hilmi Sözer ("Was nicht passt, wird passend gemacht") machen sich zu totalen Volltrotteln, dass man es nicht in Worten beschreiben kann - so weh tut der "Genuss" von "Die Bademeister". Dieser Brachial-Gossen-Humor will zu keiner Sekunde ein Schmunzeln hervorrufen.
Mit der Brechstange geht´s dann plotmäßig weiter Richtung Sylt, wo ein scheinbar geistig verwirrter Love-Interest auf "Bully the Brain" wartet, der ungefähr so im Verhältnis zu Bullseye steht, wie zwei Pole von einem Magneten. Hauptsache Grundschüler (und der Regisseur) können darüber lachen.
Wo wir gerade bei dem Thema "Grundschüler" sind - ich frage mich wirklich, welche Zielgruppe Martin Walz mit seinem gefilmten Dreck anvisiert hat. Leute, denen schon Sackhhaare wachsen, dürften kommentarlos vom Freundeskreis zusammen geschlagen werden, wenn sie Sympathien zu "Die Bademeister" aussprechen. Selbst Ballermann-Hardcore-Fans, die nach einer durchzechten Nacht am Strand mit dem Finger im Po wach werden, werden nicht annährend Gefallen finden.
Was aber ganz passabel ist, ist der Soundtrack. Da aber das meiste einfach nur ein Sammelsurium von geklauten Stücken (oder Metal-Klassikern) anderer bekannten Filmen ist, bekommt "Die Bademeister" dafür auch die Rote Karte.
Nach Karl Dall´s peinlichen Sex-klamotten in den 80ern stellt diese Grütze wohl den Tiefpunkt der deutschen Unterhaltung dar. Man kann bloß hoffen, dass dieses Machwerk nicht im Ausland veröffentlicht wird.
So schlimm, dass es weh tut.
1/10