Review

Bei so einem Filmtitel dürfte der eine oder andere Filmfreund wohl eher einen Musik- oder gar Tanzfilm erwarten, doch am Ende haben wir nichts weiter, als Backwood Slasher zum 3745.
Dieser unterscheidet sich gegenüber anderen seiner massig vorhandenen Art nur darin, dass die potentiellen Opfer Mitglieder einer Punk-Rock-Girlband sind und der Bösewicht ein massiver Fuß-Fetischist ist, der nicht nur auf Füße steht, sondern diese auch gleich katalogisiert und sammelt.
Ansonsten gähnt der Genrefan bereits während der Exposition.

Denn um Klischees macht der Inhalt nur selten einen Bogen, wenn man mit dem ersten, bis dato unbekannten Opfer einsteigt, während der Schlächter schon mal die Axt schleift.
Danach geht es ohne sichtliche Tat direkt zu unserer Rockband und man ahnt, dass wir inmitten des Geschehens auf diese Szene zurückkommen werden.
Die Band wird allerdings völlig lahm in Szene gesetzt. Die vier spielen auf einer kleinen Bühne inmitten eines ländlichen Kaffs ein paar viertklassige Songs und wirken dabei reichlich bitchy, aber nicht sexy.
Als dann noch der überaus eifersüchtige Freund der Bassistin latent mit seinem Gegockel nervt, ist erst einmal die Talsohle erreicht und man ist bereits dankbar für die obligatorischen Klischees, die nun folgen.

Kurzum: Redneck-Tankstelle, auf den Irrweg geraten, Autopanne, kein Handyempfang, aber am nächsten Morgen noch Zeit fürs Nacktbaden im See und Zack, - schon ist das erste Drittel absolviert.
Danach geht die Post nur leidlich ab, als die erste verschwindet und wir mit dieser Person wieder an der Anfangsszene anknüpfen.
Auch der nachfolgende Verlauf hält kaum Überraschungen parat, allenfalls minimale Details, für die Story nahezu ohne Belang, mögen ein wenig Abwechslung verschaffen.

Das Killerteam besteht aus drei Typen, wovon sich einer wie ein Hund verhält und eben solche Töne von sich gibt, - der Glatzkopf rennt sogar einem Schuh hinterher und lässt sich am Bauch kraulen, während er alle Viere von sich streckt, - das ist schon reichlich albern, aber irgendwo auch angenehm trashig.
Im Kontrast dazu ist der Drahtzieher des Bösen ein eher kultivierter Herr mittleren Alters, der recht gepflegt erscheint und grundlegend die Contenance bewahrt, leider aber nicht genau erklärt, worauf sein ungewöhnlicher Fetisch basiert.
Der Dritte im Bunde erscheint komplett austauschbar.
Leider gilt das Gleiche für die Mitglieder der Band, da ist eine eventuell etwas mutiger als die andere, aber ein markantes Charakterbild bekommt keine verliehen.

So hält sich das Mitfiebern in Grenzen, bei Verfolgungsszenen durch den Wald kommt nur wenig Spannung auf und auch diverse Befreiungsversuche leiden an einer unbefriedigenden Dramaturgie. Selbst die wenigen Splatterszenen sind kaum der Rede wert, wenn eine Axt in der Stirn landet, Arme und Beine abgetrennt werden und ein Stab ins Auge gebohrt wird.
Immerhin offenbaren sich die handgemachten Effekte als ordentlich, während die CGI gegen Ende arg zu wünschen übrig lässt.

Was bleibt, sind größtenteils unterdurchschnittliche Darsteller, ein schwacher Score, der überwiegend aus Instrumental-Rock besteht und eine handwerkliche Arbeit, die besonders kameratechnisch selten effizient ist.
Genrefans werden das mit Achselzucken hinnehmen, sind eventuell für die eine oder andere Szene kurzfristig zu begeistern, doch im Gesamtbild tut sich ein liebloser Slasher auf, der zu wenig Spielfreude einbringt, um sich von der breiten Masse abzuheben.
4 von 10

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