Sodala, nachdem mir schon seit Jahrtausenden Kolonien von begeisterten Anhängern damit in den Ohren lagen: „Uiuiui, der Streifen is’ zoooo g e i l!!!“, hab’ ich’s jetzt endlich, endlich, endlich doch noch geschafft, mir diesen Gottfilm genannt „In China essen sie Hunde“ zu genehmigen.
Ich weiß, was ihr jetzt bestimmt denkt: „Wie dreist von dem Dreikäsehoch sich überhaupt aus dem Haus zu trauen!“ oder „Wahnsinn! Wie hat er’s bis heute überhaupt geschafft, seinen Mitmenschen in die Augen zu blicken, ohne vor Scham einzunässen!?!“.
Jaja, ich geb’s ja zu: Der Streifen gehört schon allein, um mitreden zu können, zu den Filmen, die man einfach gesehen haben sollte.
Ich also heute mal wieder in meiner Stammtheke gewesen, nix wirklich brauchbares bei den Neuheiten ausfindig machen können, mir kurzerhand den legendären „dänischen Pulp Fiction“, wie es immer so schön heißt, mit nach Hause genommen und sofort nasal aufgenommen.
Und, was soll ich sagen: Sooooooooooooooooo endsübergeil fand ich den Streifen irgendwie gar nicht.
Aber, für alle Heiden wie mich, hier erst mal ganz kurz die Story:
Ein Sessel pupsender Bürohengst hat die Schnauze voll von seinem Spießbürgerdasein, woraufhin er seinen kriminellen Bruder aufsucht, den er seit Jahren aus den Augen verloren hatte. Nachdem ihm dieser mit seinen leicht tölpeligen Kumpanen erst bei dem Überfall auf einen Geldtransport, dann bei der Befreiung eines Gefängnisinsassen zur Seite gestanden ist, wollen den sympathischen Gangstern plötzlich ein paar üble Kerle an die Gurgel…
Ich geb’ zu, der Streifen hat viel Sehenswertes zu bieten: Sein Humor ist bissig und so schwarz wie ein Bullenarsch im Mondenschein, sein Erzählstil kommt tatsächlich einem klassischen Tarantino-Film gleich, folglich sind auch einige Situationen und Gespräche nur noch mit den Worten „weird“ oder „strange“ zu beschreiben, und Hauptdarsteller und Fulltime-Grobian Kim „The Pusher“ Bodnia hängt die Messlatte der Coolness mal wieder um ein paar coole Sprüche höher.
Und trotzdem, trotzdem, trotzdem ist „In China essen sie Hunde“ weit davon entfernt, einer meiner Lieblingsfilme zu werden.
Warum? Schwer zu sagen… An Witz, Spannung und Coolness mangelt’s dem Streifen gewiss nicht, allerdings muss ich schon sagen, dass mir bessere Filme aus dem Land neben dem Land des Käses bekannt sind.
Bin nämlich gerade vom „Pusher“ frisch geflasht worden und auch „Dänische Delikatessen“ fand ich recht lecker.
Ich will ja nicht behaupten, dass „In China…“ kein guter, sehenswerter Film ist, im Gegenteil.
Aber als so den Megaburner hab ich ihn nicht empfunden.
Fazit:
„Bei Schweinen dauert der Orgasmus eine halbe Stunde.“
Guter Film, keine Frage. In Punkto schwarzhumoriger Gaunerkomödien aber definitiv nicht das Nonplus*always*ultra…