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Mit "In China essen sie Hunde" beweist Lasse Spang Olsen, dass auch die Dänen ein außerordentliches Gespür für grotesken Humor besitzen. Die Zauberformel ist, wie so oft bei "Pulp Fiction"-ähnlichen Filmen, nicht unbedingt neu: Eine Story, die sich von einer sonderbaren Situation zur nächsten hangelt, eine Unmenge skurriler Figuren und makabere Dialoge. Die Bandbreite genretypischer Elemente wird also abgedeckt.

Durch seine originellen Einfälle wirkt "In China essen sie Hunde" jedoch in keinem Bereich abgedroschen oder überholt. Der Stil ist einmalig - einmalig abgeklärt, rabenschwarz und situationskomisch; zum Teil reicht da alleine der Blick eines Protagonisten. Alles beginnt zunächst mit dem augenscheinlich braven Bankangestellten Arvid, dessen Leben sich verändert, als dieser einen Bankräuber mit einem Squashschläger niederstreckt. Durch die Verkettung außergewöhnlicher Umstände gerät er auf die schiefe Bahn und mutiert unter dem Einfluss seines Bruders mehr oder weniger unfreiwillig zum Kriminellen. Die Charaktere, seien es Arvid, sein Bruder Harald oder Kultfigur Vuk, werden dabei ausnahmslos herrlich gespielt.

Den Handlungsablauf gestaltet Lasse Spang Olsen absolut überraschend. Die Situationen werden immer eigentümlicher, spitzen sich in ihrer Übertriebenheit weiter zu und sind selten absehbar. Die Ideen sind wunderbar schwarzhumorig, die Dialoge mit unbeschwert herübergebrachten, teilweise diskriminierenden Äußerungen bewusst provokant. Olsen will auch nicht moralisch sein, sondern pfeift auf die durch eine Kultur eigens definierten Moralvorstellungen.

Der grobe Ton ist hier zwar ein Markenzeichen, doch es ist beileibe nicht unvorstellbar, dass er einigen Gemütern eben wegen seines mitunter teilweise inhumanen Charakters nicht schmecken wird. Alle anderen, die in diesem erfrischenden Werk den schwarzen Humor und den Wahnwitz entdecken und nicht alles mit blankem Ernst betrachten, dürfen sich auf eine irrsinnig geniale Überzeichnung freuen.

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