Ein schöner, schnörkelloser Erotikthriller, originell und solide inszeniert. Was will man mehr? Greta Champreux trägt die Story um eine kleptomanische Millionenerbin, die an die falschen Männer gerät, gewohnt souverän und mit viel Klasse und Sex-Appeal, und Regisseur Marek Ellis setzt sie und ihre Kontrahentin Isabella Mirandola (in einer beachtenswerten Debütperformance, wie man sie seit Emily Lloyd in "Wish You Were Here" nicht mehr gesehen hat!) in nahezu liebevoller Weise in Szene. Für die Damenwelt sind Tony Anwar und Trevor Klipp zuständig. Die beiden betreiben einen derartigen Körperkult, der beinahe übers Ziel hinaus schiesst. London 2004: Die Belgierin Rita tritt das Erbe ihres tödlich verunglückten Mannes an und verliebt sich in ihren Anwalt (Klipp) - nicht, ohne Gewissensbisse zu haben, da der Gatte erst wenige Wochen tot ist. Aber ihre Libido ist stärker. Als der Advokat sie wegen einer anderen sitzen lässt, keimt in ihr ihre lang verdrängte kleptomanische Ader wieder auf. Stehlend treibt sie sich durchs nächtliche London und gerät dabei an einen Stricher (Anwar), der nicht nur Gutes im Schilde führt... Das überraschende Ende wird viele (heterosexuelle) Zuschauer bestimmt negativ aufstossen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Kein Meisterwerk, kein Film, der das Kino neu erfindet, aber eine kurzweilige, spannende und über weite Strecken unendlich prickelnd heisse Unterhaltung.