Review

Nach der kieferausrenkenden Begegnung mit dem Ripper-Epigonen "Bad Karma" (gähntechnisch eine echte Härte), nun der zweite Slasherbeitrag unter den Novitäten aus der Videohölle. Der Covertext warnt uns dementsprechend vor: Gruppe von Studenten wird gemeuchelt, Täter geht nach Jacks Vorbild vor. Da kann schon mal präventiv an "Düstere Legenden" gedacht werden und so ähnlich geht es dann auch ab.

Dabei fängts noch erbaulich an: blondes Studentchen stolpert hysterisch über gewittrige Insel, während reichlich Leichen und kurz davor befindliche Körper in der Gegend rumliegen. Das alles ist recht uneben zittrig geschnitten und dennoch sind noch so viele der Leichen am Leben, daß mich trotz eines bewegten schwarzen Handschuhs an der Reeling die Überlebende hier vermutlich die Hand im Spiel hat. Aber überraschen lassen kann man sich ja trotzdem.

Einblendung: Five years later! Prompt bekomme ich dieses flaue Gefühl im Magen, denn da spricht ein Prof zu seinen Studentchen über Serienkiller. Wer jetzt noch keine langen Zähne hat, bekommt sie spätestens als man die Gören endlich vorgestellt bekommt. Zwei bis drei blöde Geilchen, ein Spaßmacher, ein Sprücheklopfer, ein halbwegs Brauchbarer, der vermutlich bis zuletzt überleben darf, ein Blondchen, ein Stottermaxe mit Kontaktschwäche. Uaaaaah....
Und dazwischen sitzt unsere Überlebende mit inzwischen roten Haaren und Rebellenattitüde. Die wagt es sogar im Studentenheim eine zu rauchen, das schockt. Und über ihr Erlebnis will sie auch nicht reden, weswegen wir die nächsten 85 Minuten auch nichts Interessantes dazu erfahren, was ganz schön lang ist.

Nicht lange nach einer Ripper-Diskussion geht man erst mal tanzen und seltsamerweise stehen alle Beteiligten auf düsteren Hardrock in einem halben Abrißgebäude. Was folgt, ist der Tanz der langen Messer mit dem ersten Opfer, leider das Mädel mit dem knackigsten Lederkleid, aber was solls. Um jedoch den intellektuellen Anspruch richtig einordnen zu können, hier ein Drehbuchausfall der Knüllersorte: man tanzt hier wild hoch oben in einem Loft, daß über einen Fahrstuhl erreichbar ist. Blödchen steigt ein, weil es Schnauze (und anderes, ahem...) randvoll hat, fährt abwärts, wird gestoppt und vom Killer durch ein anderes Stockwerk gejagt - und kann plötzlich durch ein Deckenloch nach UNTEN die Tanzenden sehen. M.C.Escher, übernehmen sie!

Jede Tüte Cornflakes hat mehr Hirn als das nun noch folgende Restskript. Das nächste Opfer wird über eine Klippe geschoben und hatte vorher reichlich Gelegenheit mal zu bremsen, tut dies aber nicht. Die dritte Leiche geht vor ihrem Ableben nach bereits zwei Morden in der eigenen Studiengruppe mal eben in die Leichenhalle (bricht da ein, heißt das) um des Nächtens die Freundin zu untersuchen und wird selbst zur Leiche. Das vierte Opfer fällt dem Vorurteil, Frauen könnten nicht Autofahren, im Umkehrschluß zum Opfer. Und die nächsten beiden Blödis haben enorme Kommunikationsprobleme, vorher und nachher. Ein sägendes Erlebnis!
Unsere Heldin hat sich in den FBI-Computer eingeloggt (unter fünf !!!!! mache ich es hier nicht) und zur Sicherheit aller Beteiligten zieht sich die Gruppe aller Opfer und Verdächtigen in eine einsame Waldhütte (Kopfschuß für den Autor!!!) zurück, über dem sich (logo!) ein ununterbrochen blitzendes Gewitter entlädt.

Mehr muß man hier schon gar nicht mehr sagen, außer daß Jürgen Prochnow sich hier als Bulle reichlich verdächtig macht und der Film seinen Cast gepflegt wegschnetzelt, um sich am Ende doch nicht so recht auf einen Täter einigen zu können. Entkommen tut keiner, aber fragt mich nicht, wer's denn nun war...

Leider ist neben all der Luftleere im Kopf der Film recht behäbig und geschwätzig inszeniert und die Ripper-Bezüge sind nach der Erwähnung auf dem Cover wenig interessant. Blut gibt's auch nicht in rauhen Mengen, sondern eher gemäßigt, obwohl man inszenatorisch bemüht wirkt. Filmisch liegt er zwar ein Stück über "Bad Karma", aber weil es doch recht gediegen doof ist, was hier serviert wird und sämtliche Klischees roh erbrochen werden, kann man sich diese Slashershow auch sparen. Wo hatten die Macher von "Ab in die Ewigkeit" und "Monster im Nachtexpress" bloß ihre tollen Epigonen-Ideen her? (2/10)

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