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Und schon wieder ist fast ein Jahr rum und somit Zeit das schönste Fest der Welt zu zelebrieren, zumindest wenn man dem X-Mas-Trubel etwas abgewinnen kann. Wer mich kennt, der weiß wie ich zu diesem Fest stehe und wundert sich auch nicht, dass am 1. Advent eine Besprechung zu einem Weihnachtsfilm folgt. Dieses Jahr hab ich mir dazu mal einen modernen X-Mas-Klassiker ausgesucht, nämlich Disneys "Santa Clause", einem der wohl schönsten Christmas-Streifen unserer Zeit. Der Film, der TV-Star Tim Allen nun auch im Kino präsenter machte denn je und ihm das Markenzeichen des Darstellers aufdrückte, der wohl irgendwie in jedem X-Mas-Movie zu sehen ist (auch wenn dies natürlich bei weitem nicht stimmt). Aber seis drum. Denn wer "Santa Clause" kennt, der weiss auch, wie es dazu kommen konnte.

"Santa Clause" ist die Geschichte vom frisch geschiedenen Scott Calvin, der Heiligabend mit seinem Sohn verbringt. Als es des Nachts dann plötzlich auf dem Dach poltert und Calvin nachschauen geht, wer denn da so einen Krach macht, steht doch der leibhaftige Weihnachtsmann am Schornstein, welcher allerdings vom Dach fällt und verschwindet. Calvin, von seinem Sohn zum Anziehen des Santa-Kostüms genötigt, schlüpft deshalb in die Rolle des dicken Mannes, noch bevor ihm bewusst wird, dass er diesen Job nun fortan für immer machen muss und er nur 11 Monate Zeit hat, seine persönlichen Dinge zu regeln. Und aufgrund der immer deutlicher werdenden Verwandlung von Calvin in Santa wird dies auch schwerer als erwartet... Ja, ja, da hat sich Disney doch wirklich mal eine hübsche Weihnachtsgeschichte einfallen lassen. Auch wenn so ziemlich alle Klischees des amerikanischen Weihnachtsfestes bedient werden, so kann man sich diesem genauso modernen wie altmodischen Märchen einfach nicht entziehen. Es steckt nicht nur unheimlich viel Fantasie hier drin, sondern auch Unterhaltung, die die ganze Familie bedienen kann.

Dabei sind die Witze wirklich allesamt liebenswert, ohne dabei aber auch einige Spitzen nicht zu vergessen. So gibt unser guter Calvin zum Beispiel, bei seiner Beobachtung der Menschheit ob jemand brav war oder nicht, bei einer etwas aufgeplusterten Dame von sich "Veronika Sehr Brav!", worauf diese ihm daraufhin ein "Wenn du dich da mal nicht irrst, Opa!" zurück schmettert. Oder Calvins ewige Quängeleien gegen den neuen Mann seiner Ex-Frau alla "Gibt es den Pullover auch für Männer?" Oder als Calvin einer 1200 Jahre alte Elfe das Kompliment macht, sie hätte sich für ihr Alter sehr gut gehalten und diese ihm daraufhin antwortet "Ich gehe ja auch mit jemandem aus der Verpackungsabteilung". Augenzwinkernder Humor ist zumindest in diesem ersten Teil der "Santa Clause"-Saga noch in Hülle und Fülle vorhanden.

Zudem ist auch die ganze Ausstattung des Films auf humanen Niveau geblieben. Wo die meisten X-Mas-Filme ja doch viel mit Kitsch und Prunk dem Auge, mehr oder weniger, schmerzen, so hält man sich hier noch recht angenehm zurück. Zwar sind die Häuser natürlich auch hier geschmückt und die Werkstatt des Weihnachtsmannes quillt logischerweise über von allerhand Prunk und Schmach. Doch da der Film zum Teil nicht zu Weihnachten spielt und man es auch sonst nicht wirklich übertrieben hat, kann man sich mit der weihnachtlichen Ausstattung alles in allem super anfreunden und verzeiht dem Film dann auch das etwas übermäßige "sich lieb gehabe" und Heile Welt-Getue zum Schluss. Und hey, schließlich haben wir Weihnachten, warum also nicht?

Was die Musikuntermalung angeht wurde zudem eine wunderbare Mischung aus Filmscore und Weihnachtshits ausgesucht, die das Geschehen jedesmal optimal unterstreichen. Der Score von Michael Convertino ist einfach nur sensationell gelungen und weckt durchgehend eigentlich genau die richtigen Gefühle beim Zuschauer. Dazu ruhigere Hits wie "White Christmas" oder peppige Rock-Sound wie "Jingle Bells" von Yello im Abspann (welcher allerdings nicht in jedem Land gespielt wurde). Ja, die Musik macht, genau wie alles andere, einfach Spaß.

Genauso wie die Darsteller, die hier durchgehend auf höchstem Niveau agieren. Tim Allen ist hier einfach in seiner absoluten Hochform und spielt hier einen Santa Claus, bzw. einen Mann auf dem Weg dahin einer zu werden, den man einfach nur lieb haben muss und über den man sich nur selten so schieflachen konnte, wie hier. Dazu Judge Reinhold als langweiliger Neil und Wendy Crewson als Calvins Ex-Frau. Aber auch Eric Lloyd kann überzeugen, der den kleinen Charlie ebenfalls so darstellt, wie man es sich von einem Kinderdarsteller nur wünschen kann. Alles in allem jedenfalls ein exzellenter Cast, der den Streifen nun endgültig rund macht. Gut so!

Fazit: Ein absoluter Glücksgriff in Sachen Weihnachtsunterhaltung von Walt Disney. Eine liebenswerte, fantasiereiche Geschichte, sympathische Figuren, knackige Witze und eine Atmosphäre, die viele Weihnachtsfilme von heute alt aussehen lässt. Verpackt in eine ansprechende, nur selten übertriebene Ausstattung, einer grandiosen Musikuntermalung und mit Schauspielern besetzt, die hier noch in ihrer absoluten Blütezeit ihrer Karriere stehen. So muss weihnachtliche Familienunterhaltung aussehen, nicht anders! Mittlerweile jedenfalls ein absoluter X-Mas-Pflichtfilm, der vor allem in der frühen Adventszeit am besten aufgehoben ist! Besser kann man mit der Vorbereitung aufs Fest jedenfalls kaum beginnen.

Wertung: 8/10 Punkte

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