Arnold Schwarzenegger spielt einen amerikanischen Soldaten, der mit seiner Truppe im Dschungel Südamerikas Geiseln aus den Händen der Guerillas befreien soll. Was er und seine Männer dabei nicht ahnen, ist, dass ein Alien im Dschungel sein Unwesen treibt, der schließlich einen Soldaten nach dem anderen tötet.
"Predator" zählt zu den besten Action-Filmen aller Zeiten, gehört neben "Terminator" zu den bekanntesten Filmen von Action-Star Arnold Schwarzenegger, stammt von keinem Geringeren als John McTiernan, der mit "Stirb Langsam", "Stirb langsam - Jetzt erst recht" und "Jagd auf roter Oktober" zu einem der populärsten Action-Regisseure avancierte und Meilensteine setzte, sowie von Erfolgsproduzenten Joel Silver, der auch "Lethal Weapon", "Stirb langsam", "Last Boy Scout" und "Matrix" produzierte. Mittlerweile wird er zu den besten Vertretern seines Genres gezählt, zumal er zumindest tricktechnisch ein Durchbruch war, was "Predator" in meinen Augen jedoch nicht verdient hat.
Zunächst einmal sind es überdeutliche darstellerische Defizite, die "Predator" hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben lassen. Arnold Schwarzenegger, der schon in "Running Man", "Conan der Barbar" und "Phantom-Kommando" gezeigt hatte, dass er mimisch ein Totalausfall ist, spielt auch hier vollkommen miserabel. Man möchte als Zuschauer mitfiebern, man möchte Schwarzenegger als Hauptfigur, als Helden akzeptieren, Sympathie für seine Figur entwickeln und infolge dessen einen Film mit hohem Spannungsbogen genießen können, aber der absolut hölzern und dilettantisch agierende Muskelberg macht es einem unmöglich. Dieser Film wäre für Schwarzenegger die Gelegenheit gewesen, dass Ein-Mann-Armee-Image abzulegen und in diesem Werk, bei dem es sich immerhin um einen Horrorfilm handelt, mal menschliche Gefühle wie Furcht vor dem Alien, oder wenigstens Trauer um den Verlust seiner Männer zeigen können, aber weit gefehlt, so nervt Schwarzeneggers ausdruckslose, steife Visage durchgehend und macht einmal mehr den Klassenunterschied zu Bruce Willis, ja sogar zum ebenfalls recht talentfreien Sylvester Stallone mehr als deutlich. Der restliche Cast, ebenfalls bestehend aus furchtlosen, pseudo-coolen Soldaten, ist zwar etwas besser als Schwarzenegger, wobei wenigstens Carl Weathers und Bill Duke eine Leistung vollbringen, die man noch als akzeptabel bezeichnen kann, aber gut wäre hier immer noch die falsche Bezeichnung.
Ebenfalls alles andere als meisterlich oder kultig ist die Story. Nun wurde ja teilweise gesagt, der Kampf gegen den übermenschlichen Gegner in den Tiefen des Dschungels sei als Allegorie auf den Vietnam-Krieg zu sehen, aber allein die Tatsache, dass die beiden Hauptrollen mit einem Bodybuilder und einem Football-Profi besetzt wurden, führt die Idee, es seien vielschichtige Aspekte vorhanden schon ad absurdum. Die Idee, den Actionfilm als Sci-fi-Horrorfilm aufzubauen war ebenfalls ein Grund dafür, dass "Predator" als Meilenstein gefeiert wurde, zumal diese Grundidee mehrfach kopiert wurde, aber dazu sei gesagt, dass Camerons "Alien 2" bereits ein Jahr zuvor erschienen war. Dass die Charakterkonstruktion vollkommen platt ist und ihren Teil dazu beiträgt, dass keinerlei Dramatik erzeugt werden kann, ist absolut offensichtlich und das, was vom Plot dann noch bleibt, passt auf einen Bierdeckel, entspricht voll und ganz den Genre-Klischees und bietet keinerlei Überraschungen, womit sich der Film auch beim Aufbau von Spannung sehr schwer tut.
Nun braucht ein, zumindest unterhaltsamer Blockbuster ja eigentlich sowieso keine allzu gute Story und auch ohne überzeugende Darsteller kann ein Actionfilm immer noch einen akzeptablen Unterhaltungswert erzielen, aber auch dies gelingt "Predator" meiner Meinung nach nicht. Zwar wird optisch ein bisschen was geboten, so überzeugt die Fotografie des Urwalds durchaus, die Kampfszenen sind sehr brutal, aber gut gemacht und an Pyrotechnik wird auch nicht gespart, genauso wenig wie an den, in Anbetracht ihres Alters sehr ansehnlichen Spezialeffekten. Aber da ist schon ein weiteres Problem: Das Alter! Und kein Film zeigt mehr Verschleißerscheinungen über die Jahrzehnte hinweg als einer, der lediglich Action-Szenen und Tricktechnik zu bieten hat, denn aus der heutigen Sicht sind es reine B-Movie-Effekte, die hier aufgetischt werden. So hat "Predator", anders als der atmosphärische Sci-fi-Actionfilm "Alien 2", oder dem, zumindest in der Charakterkonstruktion vielschichtigen "First Blood" für meine Begriffe beinahe sämtliche seiner Reize verloren, zumal zwischen den Action-Szenen zähe Leerläufe entstehen, die nur durch dämliche Dialoge, vermittelt durch miese Schauspieler gefüllt werden. Einzig der gespannte, hektische Score von Alan Silvestri erzeugt gelegentlich mal eine gespannte Atmosphäre, die wiederum nicht gehalten werden kann, weil die Darsteller patzen und die Story zu kalkulierbar ist. Gepflegte Langeweile, mehr bietet "Predator" unterm Strich nicht.
Fazit:
Bei seiner extrem kalkulierbaren und stereotypen Story und seinem miserablen Cast genießt "Predator" absolut zu Unrecht den Ruf als Meilenstein des Action-Genres. Hinzu kommt noch, dass die Effekte mittlerweile veraltet sind und die, gelegentlich erzeugte, dichte Atmosphäre immer nur temporär gehalten werden kann, woraus ein, für meine Begriffe unterdurchschnittlicher Unterhaltungswert resultiert.
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